Solaranlage bei Hasselbach: Bedenken wegen Fledermäusen

Zu der geplanten Solaranlage am Ortsrand von Hasselbach nahe der A 44 gibt es Bedenken hinsichtlich einer Gefahr für Fledermäuse und eines Einschnitts in das Landschaftsbild.

Diese Stellungnahmen wurden im Rahmen der Offenlegung der Aufstellung des Bebauungsplans „Hinter der Schafscheuer“ abgegeben. Das geht aus Informationen der Stadtverwaltung Waldkappel hervor.

Vorschriftsgemäß erfolgt nun eine zweite öffentliche Auslegung, wie Bürgermeister Reiner Adam mitteilt. Das wurde in der jüngsten Parlamentssitzung so beschlossen. Entschieden ist also noch nichts. Ferner wurden den Stadtverordneten die Abwägungen dargelegt.

So sehen die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil und die obere Naturschutzbehörde in dem Bauvorhaben eine Beeinträchtigung von Fledermäusen. Hessen Mobil führt aktuell ein Monitoring aufgrund des Autobahnbaus durch. Dieses muss im Ergebnis so aussehen, dass durch die A 44 keine Störungen der Flugrouten hervorgerufen werden. Nach Abschluss des Monitorings bestünde allerdings die Möglichkeit der Errichtung einer Solaranlage. Aus Sicht der Stadt Waldkappel sei hier lediglich ein positives Monitoring wichtig. Auch die Naturschutzbehörde hat Bedenken hinsichtlich der Flugrouten. Wissenschaftlich belegt sind die Aussagen der Behörden laut Stadt aber nicht. Es handele sich nur um Vermutungen.

„Unser Planungsbüro hat sich eine Information bei einem Fledermausspezialisten eingeholt, der bestätigt hat, dass es bisher keine wissenschaftlichen Untersuchungen in Bezug auf das Flugverhalten von Fledermäusen in unmittelbarer Umgebung zu Solaranlagen gibt“, heißt es weiter seitens der Stadt.

Der Hasselbacher Günter Mengel fühlt sich des Weiteren in der Ansicht des Landschaftsbildes analog der oberen Naturschutzbehörde gestört. „Ich schaue aus dem Wohnbereich meines Hauses dann genau auf die Solaranlage. Das ist nicht so angenehm“, sagt Mengel auf WR-Anfrage. Laut ihm gebe es bessere und ebenso wirtschaftliche Standorte entlang der Autobahn für das Bauvorhaben. „Ich kann den Investor verstehen und werde das Ganze wohl auch nicht stoppen können, wollte aber zumindest darauf hinweisen, was das für mich bedeutet, und dass es Ausweichmöglichkeiten gibt“, so Mengel.

Die Stadt führt als Gegenargument an, dass das RP Kassel die Fläche bereits als für Solaranlagen bestens geeignet befunden hat. Das Landschaftsbild werde demnach nicht beeinträchtigt.

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/DPA

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