Die Stammtischsänger nehmen ihr Publikum mit in die verschneite Berge

Probten seit August für ihr Weihnachtskonzert: die Stammtischsänger Waldkappel. Die Mühe hat sich gelohnt – das Publikum war restlos begeistert. Foto: Kristin Weber

Mit ihrem 25. Weihnachtskonzert schafften es die Stammtischsänger, die Kirche bis auf den letzten Platz zu füllen, einige Zuhörer mussten sogar stehen.

Halleluja! Dies war ein oft gesungenes Wort in der katholischen Kirche in Waldkappel am vierten Advent.

Andächtig lauschten sie sodann dem Choral „Lasst uns lobsingen“, den die Sänger im Kanon vortrugen und so den mehrstimmigen Gesang in weicher, harmonischer Klangfarbe erklingen ließen. Anschließend nahmen die Sänger ihr Publikum mit zu einem besinnlichen Hüttenabend in die Bergwelt von Bayern und Tirol, während Fotos von verschneiten Wäldern und Tälern über die Wände der Kirche flimmerten. Vom traditionell vorgetragenen, wehmütigen Wunsch „Weihnachten, wie es früher war“ zu erleben, selig und froh, mit Engelshaar auf dem Weihnachtsbaum, ließen sich die Zuhörer nur zu gerne anstecken.

Aber auch mit modernen Melodien wie „Im Stall von Bethlehem“ oder „Jingle Bells“ holten die Stammtischsänger ihr Publikum gut gelaunt ab. Der neue Chorleiter Bernd Heckmann hatte seine Sänger bestens im Griff und spornte sie gewissermaßen zum Galopp an – gleich dem von ihnen besungenen Schlittenpferdchen, das sein Gefährt Glöckchen-klingelnd durch den Schnee zieht. Beschwingt und begleitet von Gitarre und E-Klavier erweckten die Stammtischsänger die poppigen Melodien zum Leben.

Zum zehnten Mal war auch das Hornbläser-Ensemble der Freiwilligen Feuerwehr mit dabei und zog die Hörer in der Kirche mit einer Suite über das schottische Volkslied „Auld Lang Syne“ in ihren Bann. Alexandra Noll trug eine nachdenkliche Geschichte vor, vom kleinen Weihnachtsengel, der im Engelschor nicht mehr weitersingen will, weil er feststellen muss, dass die Menschen der Friedensbotschaft der Engel überhaupt nicht folgten. Überall sieht er nur Krieg, Gewalt und Unfrieden auf der Welt. So wird der kleine Engel von einem größeren Engel zur Erde gesandt, um fürderhin nicht mehr nur singend Gotteslob zu verbreiten, sondern um die Menschen persönlich daran zu erinnern, den Frieden zu suchen und ihre Herzen zu öffnen. Keine einfache Aufgabe für den kleinen Engel, doch er wächst daran. Schließlich bedankten sich die Sänger bei ihrem Publikum. Im August, bei 30 Grad, hätten sie angefangen, die Weihnachtslieder zu üben – keine einfache Aufgabe. Doch die Arbeit hat sich gelohnt. Das Waldkappeler Publikum spendete seinen Stammtischsängern kräftigen Applaus. Als Zugabe gab es schließlich eine muntere Entlassung in die Feiertage mit „Feliz Navidad“, und am Ende sangen alle zusammen noch „O du Fröhliche.“

Von Kristin Weber

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare