Genproben bringen Gewissheit

Stölzinger Wölfin wird sesshaft: Landesamt weist Territorium bei Waldkappel aus

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Hessen wird wieder Wolfsland: Innerhalb weniger Wochen hat das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie zwei Wolfsterritorien ausgewiesen.

Der Wolf wird wieder heimisch in Hessen: Die Wölfin, die im vergangenen halben Jahr immer wieder im Umkreis des Stölzinger Gebirges bei Waldkappel gesichtet worden war (wir berichteten mehrfach), ist hier sesshaft geworden.

Das hat eine Genanalyse für das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) im Zuge des hessischen Wolfsmonitorings ergeben.

Zweites Wolfsterritorium

Damit hat Hessen nun innerhalb weniger Wochen ein zweites Wolfsterritorium hinzugewonnen: Als sesshaft gilt auch eine Wölfin im Vogelsbergkreis.

Die besagte Stölzinger Wölfin wurde erstmals am 1. August 2019 an einem gerissenen Stück Rotwild nahe Herlefeld (Schwalm-Eder-Kreis) genetisch nachgewiesen. Zwischen Oktober und November des vergangenen Jahres wurde dasselbe Tier ebenfalls an mehreren gerissenen Schafen in der Region nachgewiesen, zuletzt am 2. November in Sontra.

Genprobe bringt Gewissheit

Eine Genprobe, die erst vor Kurzem – am 10. März – von einem ehrenamtlichen Rissgutachter des HLNUG an einem Stück Rotwild bei Schemmern genommen wurde, hat nun erneut den Nachweis eben dieser Wölfin erbracht. Damit gilt sie in diesem Gebiet als standorttreu.

Endgültiger Nachweis der Stölzinger Wölfin: der Wolfsriss am 10. März bei Schemmern.

Erst Anfang März war das erste Wolfsterritorium für Hessen seit 2011 bestätigt worden – dieses liegt im Vogelsberg in der Gegend um Ulrichstein. Die sogenannte „Ulrichsteiner Wölfin“ ist seit mindestens 12. Juli 2019 im Vogelsberg ansässig. Seit Anfang 2019 konnte das HLNUG zehn verschiedene Individuen in Hessen nachweisen – vier davon wurden zwischenzeitlich überfahren, ein Rüde ist nach Nordrhein-Westfalen abgewandert. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist mit der Hessischen Wolfbeauftragten für das Monitoring, also die Erfassung der Wölfe in Hessen, zuständig. Bei Rissen sind die ehrenamtlichen Helfer jederzeit ansprechbar.

Sichtungen melden 

Wolfssichtungen oder Funde von Spuren sollten gemeldet werden: https://umwelt.hessen.de/umwelt-natur/naturschutz/arten-biotopschutz/wolfsmanagement

Kürzel GW1409f für die Stölzinger Wölfin

Die bundesweiten Standards im Wolfsmonitoring sehen vor, dass ein Wolf, der über einen Zeitraum von sechs Monaten in einer Region genetisch nachgewiesen wird, als territorial, also sesshaft zu bezeichnen ist. Alle Proben im Rahmen des hessischen Wolfsmonitorings werden an das nationale Referenzzentrum für Wolfsgenetik, das Labor für Wildtiergenetik des Forschungsinstituts Senckenberg, geschickt und dort ausgewertet. Jedes Tier erhält bei der Individualisierung durch die Genanalyse eine Kennzeichnung durch ein Laborkürzel – die Stölzinger Wölfin trägt das Kürzel GW1409f.

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