Straßenlärm soll abgemildert werden: Bevölkerung zu Teilnahme an Aktionsplan aufgerufen

Werra-Meißner. Er gilt als einer der gravierendsten Umweltprobleme in der Bevölkerung: Lärm. Um diesen zu reduzieren beziehungsweise so abzumildern, dass er nicht mehr als störend wahrgenommen wird, gibt es seit gut zehn einen sogenannten Lärmaktionsplan für bestimmte Straßen und Eisenbahnstrecken, der alle fünf Jahre überprüft und möglicherweise angepasst werden muss. Das ist jetzt wieder so weit.

Noch bis zum 31. Januar kann die Bevölkerung Anregungen und Vorschläge beim Regierungspräsidium einreichen, wie der Lärm vermindert werden kann.

Im Werra-Meißner-Kreis gibt es sowohl für den bei Herleshausen verlaufenden Abschnitt der A 4 als auch für die beiden Bundesstraßen 7 und 27 einen Lärmaktionsplan, da dort täglich mehr als 8200 Autos und Lastwagen und jährlich somit mehr als drei Millionen von ihnen langfahren – was die Vorgabe ist, um überhaupt einen solchen Plan aufstellen zu können.

Für Lothar Hellwig aus Bischhausen ist der auch mehr als sinnvoll: Sein Haus steht direkt an der B 7, „die Belastung durch den Verkehr hier ist mehr als unmenschlich“. Zwar seien die meisten Fenster schon schallschutzisoliert, „sobald man die aber aufmacht, versteht man kaum noch sein eigenes Wort“. Sicher sei ihm bewusst, dass der Plan keinen Umbau bewirken werde. Aber: „Es geht darum, Informationen zu sammeln, wo es schon laut oder im Gegenteil noch sehr ruhig und schützenswert ist“, erklärt Michael Conrad, Pressesprecher beim RP Kassel. Sollten dann einmal bauliche Veränderungen anstehen, könne auf den Plan zurückgegriffen und die Faktoren im Optimalfall berücksichtigt werden.

Wer Hinweise geben möchte, kann das online unter www.beteiligung-lap-hessen.de machen oder seine Vorschläge schriftlich bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung abgeben. 

Plan für Straßen und Schienen

Lärmaktionspläne werden nicht für jede Straße aufgestellt. Vorgeschrieben ist, dass es diese für Hauptverkehrsstraßen mit mehr als drei Millionen Kraftfahrzeugen pro Jahr geben muss, was täglich 8200 Fahrzeugen entspricht. Auch Haupteisenbahnstrecken mit mehr als 30 000 Zügen im Jahr in Ballungsräumen mit mehr als 100 000 Einwohnern haben einen solchen Plan; für den Werra-Meißner-Kreis ist ein solcher aber nicht relevant. Während der für die Straßen vom Regierungspräsidium aufgestellt wird, kümmert sich das Eisenbahnbundesamt für den für die Züge. Überprüft und möglicherweise angepasst werden müssen die Pläne alle fünf Jahre.

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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