Motive noch unklar

Totes Babys bei Bischhausen: Mutter stellt sich der Polizei

Am Fundort der Babyleiche, einem Feldweg bei Waldkappel-Bischhausen, war am Dienstagmittag die Rettungshundestaffel Werra-Meißner im Einsatz.
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Am Fundort der Babyleiche, einem Feldweg bei Waldkappel-Bischhausen, war am Dienstagmittag die Rettungshundestaffel Werra-Meißner im Einsatz.

Die Mutter des toten Babys, das an einem Radweg an der Ortsrandlage von Bischhausen gefunden wurde, hat sich am Dienstagabend der Polizei gestellt.

Bischhausen/ Eschwege – Die mutmaßliche Mutter des toten Babys, das am vergangenen Montagmittag an einem Radweg an der Ortsrandlage des Waldkappeler Ortsteiles Bischhausen gefunden wurde, hat sich am Dienstagabend der Polizei gestellt. Wie Polizeipräsidium Nordhessen und die Polizeidirektion Werra-Meißner am Mittwoch mitteilten, habe sich die junge Frau gegen 19.45 Uhr bei der Polizeistation in Eschwege gemeldet und sich dort als Mutter des toten Säuglings zu erkennen gegeben. Die Frau, zu deren Alter und Wohnort die Polizei keine näheren Angaben macht, stammt aus dem Werra-Meißner-Kreis.

Auf Nachfragen der Polizeibeamten am Dienstagabend auf der Polizeistation, habe die Frau detaillierte Angaben zu den Umständen gemacht, unter denen das Kind an der späteren Fundstelle bei Bischhausen abgelegt worden ist.

Zu den Todesumständen des Neugeborenen sowie zu den Motiven der Frau für die Tat, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen gestern keine weiteren Angaben machen.

Um die eindeutige biologische Identität als Mutter des toten Kindes mit Sicherheit klären zu können, hatte die Frau sich noch am Dienstagabend zu einer Speichelprobe bereit erklärt, die zu einer Überprüfung der DNA dient. Die junge Frau wurde noch am Abend nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft in Kassel wieder auf freien Fuß gesetzt.

Am Montagmittag hatte eine Spaziergängerin den toten Säugling wenige Meter hinter der Ortslage von Bischhausen am Rand des Radweges Richtung Oetmannshausen entdeckt. Das tote Baby war in einen auffälligen roten Pullover, dessen Bild die Polizei auch am Dienstag veröffentlichte, sowie einige bunte Handtücher gewickelt. Das Stoffbündel war zwar bereits am vorigen Samstag von Passanten dort bemerkt, aber für achtlos weggeworfenen Müll gehalten worden. Ob das Kind noch am Leben oder bereits tot war, als es dort abgelegt wurde, darüber hat die Polizei bisher keine Angaben gemacht.

Am Dienstag hatte eine Suchhundestaffel mehrere Stunden lang das Gebiet um den Fundort des Leichnames weiträumig abgesucht sowie die gesamte Ortslage von Bischhausen. Die Polizei hatte Anwohner im Dorf befragt, ohne am Dienstag dabei auf eine brauchbare Spur zu stoßen. (Von Stefanie Salzmann)

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