Tier von Wildkamera erfasst

Trächtige Wölfin bei Burghofen gesichtet

Ein Wolf läuft vor einer Wiese im Wald entlang.
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Möglicherweise trächtige Wölfin: Sie wurde am 17. März von einer Wildkamera bei Burghofen erfasst.

Eine offenbar hochträchtige Wölfin ist am vergangenen Mittwoch in einem Waldstück oberhalb des Waldkappler Ortsteiles Burghofen von einer Wildkamera fotografiert worden.

Burghofen – Das Bild entstand morgens um 8.45 Uhr. Wie eine Tierärztin von dort bestätigt, sei die Wölbung des Bauches deutlich zu erkennen und deute auf eine fortgeschrittene Trächtigkeit des Tieres hin. Die Stelle, an der die Kamera jetzt die Wölfin erfasste, liegt nur 400 Meter vom Fundort zweier Rehrisse entfernt, die in den vergangenen Wochen dort entdeckt worden waren.

Ein weiterer Hinweis auf die Anwesenheit eines Wolfes oder einer Wölfin war erst kürzlich nahe dem Ort Ludwigsau im Kreis Hersfeld-Rotenburg entdeckt worden. Dabei handelte es sich um Wolfskot.

Nachweis fehlt

Unterdessen hat sich auch der Kreisreiterbund Werra-Meißner mit einer Stellungnahme zum Entwurf des Wolfsmanagementplanes des Landes Hessen an das dafür zuständige hessische Umweltministerium gewandt.

Darin heißt es, dass bisher ein eindeutiger Nachweis fehle, dass es sich bei der in Deutschland verbreiteten Subpopulation um nicht hybridisierte Stämme handelt. Dies müsse durch umfangreiche DNA-Untersuchungen eines entsprechend zertifizierten und anerkannten Genlabors festgestellt werden. Das Senckenberg-Institut in Gelnhausen, das derzeit allein die Beprobung von eventuellen Rissen und anderen Spuren leistet, erfülle keiner dieser Voraussetzungen, heißt es in der Stellungnahme.

Wolf ist nicht ausgerottet

Ebenfalls widerspricht der Kreisreiterverband der im Wolfsmanagementplan verwendeten Formulierung von der „Ausrottung“ des Wolfes. „Der Wolf wurde nie ausgerottet, noch zählt er zu einer gefährdeten Wildart.“

Hingegen werde die Gefahr für Großtiere wie Pferde und Rinder durch den Wolf in dem Managementplan „kleingeredet“. Erfahrungen widerlegten, dass Pferde und Rinder einem zu vernachlässigenden Risiko ausgesetzt sind. „Sobald Wölfe nicht mehr einzeln, sondern im Rudel jagen, besteht für Pferde höchste Gefahr.“

Ein Forderungskatalog der Pferdehalter umfasst unter anderem, dass die wissenschaftliche Begleitung des Planes zusätzlich zu Nabu und BUND auf unabhängige Institute ausgeweitet wird, die Wolfsberater und Rissgutachter besser ausgebildet werden und die genetische Diagnostik nicht nur von einem einzigen Institut wie dem in Gelnhausen durchgeführt wird. Stefanie Salzmann

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