So viele Einsätze wie selten zuvor für Feuerwehren im Kreis

Unwetter und Brände halten Helfer auf Trab

+

Werra-Meißner. Die Feuerwehren im Kreis sind derzeit so oft wie kaum ein anderes Mal im Einsatz. Grund sind die Unwetter und Brände.

In den vergangenen Tagen waren die Feuerwehren fast pausenlos im Einsatz: Am Sonntag und Montag hielten die Auswirkungen des Starkregens die Helfer auf Trab, ehe in der Nacht zum Dienstag ein Großaufgebot von Brandschützern gegen die Flammen in einer Lagerhalle der A-44-Baustelle Hirschhagen kämpfte. Und in der Nacht zum Freitag brannten in Bad Sooden-Allendorf zwei Lastwagen.

Doch das ist keine Ausnahme, sondern dieses Jahr fast schon zum Alltag geworden, denn die Wehren im Kreis steuern auf Rekord-Einsatzzahlen zu. So waren die Mitglieder der Feuerwehr Witzenhausen bis dato bereits 96-mal gefordert. Damit ist die Zahl der 102 Einsätze des vergangenen Jahres jetzt schon fast erreicht. Man steuere daher auf einen Rekord an Einsätzen zu, sagt Wehrführer Claus Demandt. Insbesondere in den vergangenen Wochen sei man fast täglich alarmiert worden.

Ähnlich sieht es auch bei der größten Wehr im Landkreis aus, den Eschweger Brandschützern. Deren Stadtbrandinspektor Lothar John sagt: „Außer im Hochwasser-Jahr 2013 waren wir selten so häufig gefordert wie in diesem Jahr.“ 219-mal rückten die Mitglieder der Kreisstadt bisher aus, die Masse der Einsätze entfiel dabei auf Brände und Hilfeleistungen nach Stürmen oder Unwettern.

Darin sieht John auch einen ganz wesentlichen Faktor für die gestiegenen Zahlen. Er sei seit 30 Jahren aktiv, aber im Gegensatz zu einigen Wetter-Experten sehe er sehr wohl die Veränderungen des Klimas und die Auswirkungen als einen Hauptgrund für die immer häufigeren Alarmierungen an. „Gerade die sich von einer Minute auf die andere verändernden Wetterlagen und oft sehr lokalen Stürme oder Gewitter haben wir früher in der Form nicht gehabt.“ Nicht nur deshalb kämpfe man händeringend um jeden Brandschützer, da insbesondere im ländlichen Raum der Wegzug aus beruflichen Gründen ein Grund für sinkende Mitgliederzahlen sei.

Ausrüstung wiegt fast 30 Kilogramm

Welch enorme Last die Mitglieder der Wehren quasi im wahrsten Sinne bei ihren Einsätzen zu tragen haben, wird am Gewicht deutlich. So betrage dieses bei voller Ausrüstung und Atemschutz zwischen 25 und 30 Kilogramm. Dabei sei das Gewicht eines Schlauches jedoch noch nicht mit eingerechnet, sagt der Witzenhäuser Wehrführer Claus Demandt.

 Dies werde von der Öffentlichkeit häufig gar nicht wahrgenommen oder unterschätzt. Auch die Hitzebelastung im Sommer sei enorm, daher gebe es auch spezielle Anweisungen, verstärkt zu trinken oder häufiger und längere Ruhezeiten einzulegen, sagt Demandt weiter. (uli)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare