Das Wahrzeichen von Eltmannsee ist massiv von Algen befallen

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Massiv von Algen befallen: Der See im Waldkappeler Stadtteil Eltmannsee befindet sich aktuell in keinem guten Zustand. Eine Lösung des Problems ist noch nicht in Sicht.

Eltmannsee. Der See ist nicht nur Namensgeber, sondern auch Wahrzeichen des Waldkappeler Stadtteils Eltmannsee. Im Moment aber gleicht er vielmehr einem Schandfleck. Das Gewässer ist massiv von Algen befallen.

Eine Lösung für das Problem ist momentan nicht in Sicht.

„Wir in Eltmannsee sind daher total traurig“, berichtet Ortsvorsteher Jürgen Reinhardt. Gerne erinnert er sich daran, was für schöne Stunden die Dorfbevölkerung in, auf und an dem See verbracht hat. „Unter der Linde haben wir uns zu geselligen Stunden getroffen. Die Kinder konnten dort im Sommer Planschen oder im Winter Schlittschuhlaufen – das ist heute alles undenkbar“, so Reinhardt.

Vor drei Jahren wurde der See zuletzt ausgebaggert, von Algen befreit und gereinigt. Doch wie schon zuvor kam das Problem wieder. Stärker. Und es wird immer schlimmer. „Seitdem ist nichts mehr passiert. Früher haben wir Eltmannseeer beim Freiwilligentag einmal im Jahr selbst die Algen rausgezogen, das geht jetzt aber wegen neuer Sicherheitsvorschriften und eines modernen Zauns beziehungsweise Geländers nicht mehr“, fährt Reinhardt fort.

Mit der Stadt als Eigentümer habe man das Problem schon oft besprochen. Allerdings sei die bis jetzt nicht tätig geworden. „Da muss jetzt mit schwerem Gerät rangegangen werden, anders geht es nicht mehr. Das sind schon so viele Algen, dass die Oberfläche fast komplett bedeckt ist. Wirklich schlimm, früher haben uns viele Leute um den See beneidet – jetzt sieht er hundserbärmlich aus und fängt bei der Hitze jetzt an zu stinken“, sagt Reinhardt.

Kein natürlicher Zulauf

Bürgermeister Reiner Adam erklärt, dass der See über keinen natürlichen Zulauf verfüge, sondern sein Wasser von der Oberfläche bekäme. Auch fehle es an Sauerstoff und eventuell würden Phosphate aus der Luft das Problem verschlimmern. „Momentan wissen wir noch nicht, wie wir der Lage Herr werden. Mit Chemie können wir die Algen auch nicht bekämpfen, weil sonst die vielen Fische zugrunde gehen könnten, die sich trotz der Algen im vergangenen Jahr noch vermehrt haben“, erklärt Adam.

Die einzige Option sei, den See – wie schon mal geschehen – auszubaggern. Doch dafür fehle es momentan an Personal und Zeit im Bauhof. Im Herbst 2018 wolle man die Sache noch mal in Angriff nehmen. „Ich werde mich demnächst informieren, wie der Teich in Grandenborn sauber gehalten wird. Allerdings müssen wir sehen, welche Konzepte bei uns umsetzbar sind, denn das Gewässer hat in der Mitte eine Tiefe bis zu acht Metern“, sagt Verwaltungschef Adam.

Denn der See sei ja nicht nur als schönes Flecken zu betrachten, sondern habe als Löschwasservorrat für die Feuerwehr in dem Stadtteil einen wichtigen Zweck. „Wir haben zwar Trinkwasserleitungen liegen, doch was darüber hinaus im Ernstfall notwendig ist, kommt aus dem See.“

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