Nach 40 Jahren

Das Waldkappeler Portrait befindet sich ab sofort auf Abschiedstournee

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Bekannte Gesichter: Light-Jockey René Dittmann (links) und DJ René Müncheberg. 

Viele Erinnerungen will DJ René bei der Feier zum 40-jährigen Jubiläum de Portraits am 28. September aufleben lassen – gerade vor dem Hintergrund der Schließung Ende des Jahres.

Von dem Wort Kult-Disco hält René Müncheberg nicht viel. Ob man das Portrait, von Kennern liebevoll Schuppen genannt, in Waldkappel so bezeichnen kann, möchte der Mann, der seit 23 Jahren dort als DJ Musik auflegt, nicht bewerten. 

„Für mich ist der Schuppen ein Stück Heimat, der sich vor allem durch seine angenehme Atmosphäre und die vielen Erinnerungen auszeichnet“, sagt der Bischhäuser. Genau diese Zu hören gibt es an dem Abend Musik der letzten vier Jahrzehnte.

Erinnerungen hat DJ René – unter diesem Namen kennen ihn die meisten – schöne und schlimme an seine Zeit im Schuppen. Schlimme vor allem an das Jahr 2009, als die Disco schon einmal um Haaresbreite der Schließung entgangen ist. „Damals gingen die Besucherzahlen zurück und Pächter Frank Dreyer hat seine Schlüsse daraus gezogen“, erzählt René Müncheberg, der damals selbst zeitweise als Betriebsleiter fungierte. Die vermeintliche Abschlussparty im August 2009 ist dann wieder eine der schöneren Erinnerungen. „Bis sonntagsvormittags nach 11 Uhr haben wir durchgefeiert. Das letzte Lied war American Pie, das weiß ich noch wie heute“, sagt der DJ. Einstieg: „A long long time ago – I can still remember how...“ beziehungsweise auf Deutsch „Vor einer langen, langen Zeit, ich weiß noch immer wie...“. Das, ist sich René Müncheberg sicher, sagt vieles über den Schuppen aus. „Unzählige Menschen verbinden mit dieser Disco ihre Jugendzeit und gemeinsame Erlebnisse früherer Tage.“

Bekannte Gesichter: Light-Jockey Simon Dittmann (links) und DJ René Müncheberg. Foto:

Doch wie alle Schuppen-Fans wissen, war dies nicht die letzte Party. Das Portrait-Team ging in die Verlängerung und feierte Weihnachten 2009 noch mal kräftig, ehe sich Gebäudebesitzer Heiko Rossbach-Hitzeroth 2010 entschloss, den Laden selbst weiter zu betreiben – bis heute. Nachdem anfänglich jedes Wochenende Feiern stattfanden, sich dies aber angesichts schwindender Besucherzahlen nicht rechnete, gab es zuletzt noch um die acht Events im Jahr.

Doch nun zog Rossbach-Hitzeroth die Notbremse, weil immer weniger Partywütige den Weg in den Schuppen finden. Wirtschaftlichkeit sei nicht mehr gegeben. Deshalb wird die frühere Fabrikhalle ab 2020 als Stellplätze für Fahrzeuge vermietet. Selbst nach der Fete zum 40-jährigen Jubiläum stehen noch drei Feiern mit DJ René oder DJ Chris an – mit dem krönenden Abschluss der legendären Weihnachtsparty am 25. Dezember. Ob am 26. Dezember nach 11 Uhr wieder American Pie zum Abschied läuft, lässt DJ René noch offen. Sicher ist er sich aber, dass die Stimmung super wird. „Es gibt so schöne Geschichten über den Schuppen – wie Gäste im Blaumann, geparkte Trecker vor der Eingangstür, die 36 Jahre alte Stereoanlage mit einmaligem Klang oder ein Auto am Notausgang, das beim Ausfall der Anlage für Musik sorgte. Das alles wollen wir durch die Musik und die Gespräche Revue passieren lassen“, verspricht René Müncheberg.

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