Dorfporträt

Neuer Film: Fünf junge Familien erzählen, warum sie gerne in Kirchhosbach wohnen

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„Einmalig – Leben in Kirchhosbach“ heißt der Film von Bernd Helbach und Harald Drechsler, der jetzt erstmals vorgeführt wurde. 

Im Waldkappeler Stadtteil Kirchhosbach hat jetzt ein besonderer Film Premiere gefiert. Ein Porträt von Dorfbewohnern über die Dorfbewohner und natürlich das Dorf selbst.

„Unser Dorf ist einmalig“, resümiert Anneliese Eubel, die vor 36 Jahren von Essen nach Kirchhosbach gezogen ist und hat damit das Motto des Films über das Leben auf dem Land „Einmalig – Leben in Kirchhosbach“ auf den Punkt gebracht. Eubel ist eine von vielen im Film zu Wort kommenden Dorfbewohnern, Paaren und Familien. Die Protagonisten ließen es sich nicht nehmen, zur Premiere ins Dorfgemeinschaftshaus zu kommen.

Eingeladen hatte der Kulturverein Kirchhosbach. Bernd Helbach und Harry Drechsler haben für den Film mit drei Kameras je zehn Stunden Filmmaterial produziert und alle Interviews auf eine Länge von 17 Minuten eingedampft. Im Film erzählen fünf junge Familien, warum sie in Kirchhosbach „draußen“ auf dem Land wohnen. Alle sind sich einig, dass die Ruhe, die unmittelbare Nähe zur Natur an erster Stelle stehen. Für den Sechstklässler Noah ist es ein bewegendes Erlebnis, im Wald ein Reh mit seinem Kitz zu beobachten. Das kann man in der Stadt sicher nicht. Auch Kathrin Leimbach liegen die wesentlichen Werte des Lebens, die Natur, am Herzen. „Waldbaden haben wir hier gratis. Ich sehe auch die Erzeugung unserer Lebensmittel: im Garten, auf dem Feld und die Tiere im Stall. Das finde ich auch für die nächste Generation wichtig.“ Das Zusammenleben im kleinen Dorf kann Herausforderung und Bereicherung sein. Die Freunde wohnen nicht weit weg. Jeder kennt jeden. Für junge Familien mit kleinen Kindern ist es sehr entspannend, wenn die Großeltern gleich nebenan oder gegenüber wohnen und sich auch um die Enkelkinder kümmern können.

Durch das ehrenamtliche Engagement der Mitglieder aller Vereine entwickelt sich eine tolle Dorfgemeinschaft. Anneliese Leimbach hat mit ihren 80 Jahren schon viel erlebt. Sie freut sich über die tollen Nachbarn und die vielen kleinen Kinder. Janna Helbach zog als Dreijährige mit ihren Eltern nach Kirchhosbach. „Als kleines Kind war ich hier eher eine Fremde. Jetzt ist das ganz anders.“ Inzwischen genießt sie mit Mann, Kindern, Hund und Pferden die Nähe der elterlichen Nachbarschaft sowie die dörflichen Freiräume.

Auf dem Dorf hat man den Luxus des geräumigeren Wohnraums. Tiere gibt es reichlich im Dorf: Bienen, Pferde, Schafe, Hühner, Hunde, Katzen, Kühe, Schweine. Elmar Mettelem und Tim Schulz sind froh, dass sie ihre alten Fachwerkhäuser energieeffizient und klimabewusst umbauen konnten. In der Stadt wäre das so nicht möglich gewesen. Harald Drechsler freut sich, dass er sein Haus mit dem eigenen Holz heizen kann. „Ich kann hier selbst die Initiative für mein eigenes Haus ergreifen.“ Der Film schließt mit dem Statement: „Der größte Wunsch wäre, dass noch mehr junge Leute entweder hierbleiben oder her ziehen.“

Von Ellen Schubert

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