1. Werra-Rundschau
  2. Lokales
  3. Waldkappel

Wiedersehen für die Partnerstädte Waldkappel, Carhaix und Hazerswoude

Erstellt:

Von: Tobias Stück

Kommentare

Europaspiele in Waldkappel: Multinationale Mannschaften traten hier gegeneinander an, um sich in lockerer Atmosphäre näher zukommen.
Europaspiele in Waldkappel: Multinationale Mannschaften traten hier gegeneinander an, um sich in lockerer Atmosphäre näher zukommen. © Walter Pfetzing

Ein Austausch zwischen den Partnerstädten konnte nun wieder in Waldkappel stattfinden. Die Freude der Beteiligten war groß.

Waldkappel – Mit zwei Problemen hatte der Verein zur Förderung der Europäischen Zusammenarbeit (VFEZ) aus Waldkappel in den vergangenen Jahren besonders zu kämpfen: Zum einen war ein geeintes, friedvolles Europa immer selbstverständlicher geworden, als während der Anfänge des Städtpartnerschaftsvereins Anfang der 1970er-Jahre. Zum anderen machte die weltweite Pandemie es schwierig, sich mit den Freunden aus dem französischen Carhaix und dem niederländischen Hazerswoude persönlich zu treffen.

Der Ringpartnerschaft wurden wesentliche Bestandteile ihres Daseins genommen. Mit dem Wiedersehen am vergangenen Wochenende (27. und 28. August) in Waldkappel und dem gemeinsamen Projekt wurde ein wichtiger Schritt getan, den zwei Problemen entgegenzuwirken.

Wiedersehen mit traditionellen Europaspielen

Die Freude war groß, als am Donnerstagabend (25. August) die etwa 35 Franzosen und zehn Niederländer an der Karlheinz-Böhm-Schule eintrafen. Die Franzosen waren 1200 Kilometer durch die Nacht gefahren, um pünktlich anzukommen. Vorsitzende Katrin Degenhardt begrüßte die Gäste, die dann auf die Privatquartiere verteilt wurden. „So entsteht schneller ein persönlicher Kontakt.“

Nach einem gemeinsamen Grillabend veranstalteten alle beteiligten die traditionellen Europaspiele. Multinationale Mannschaften traten hier gegeneinander an, um sich in lockerer Atmosphäre näher zukommen.

Nach einer Familienzeit fand am Samstagabend in Burghofen der offizielle Teil des Freundschaftstreffens statt. Alexandra Sennhenn würdigte die mehr als 50 Jahre währende Partnerschaft aus Sicht der Stadt Waldkappel. An diesem Abend wurden auch langjährige Mitglieder geehrt.

Mitglied seit 1970 und damit für sein 50-Jähriges geehrt wurde Dieter Laue. 25 Jahre Mitglied sind Brigitte Borg, Inga Gürth, Manfred und Gabriele Herbener, die Stammtischsänger Waldkappel, Katrin Degenhardt, Hendrik Faring, Bärbel Kalusok, Hubert Aha, Rolf Hocke, Karl-Heinz Gallinat, Dieter Sandrock sowie Abdelhadi Zerouaoui, Johanna Wormmeester und Hanna Stern.

Ein Projekt zum Thema Freiheit

„Grenzenloses Europa – die unterschätzte Freiheit“ lautete der Name des diesjährigen Projekts. Der Vorstand mit dem ehemaligen Vorsitzenden Walter Pfetzing organisierte dazu mehrere Exkursionen. Es ging am Freitag zur Gedenkstätte Point Alpha und am Samstag zum Grenzlandmuseum Schifflersgrund. Pfetzing: „Dabei sollte uns die Erinnerungen an die schlimmen Situationen, durch die innerdeutsche beziehungsweise innereuropäische Grenze wieder ins Bewusstsein geführt werden.“

Point Alpha war der westlichste Punkt des Warschauer Pakts und von US-Soldaten stark überwacht. Wenn es zu einem Kriegsausbruch zwischen Ost und West gekommen wäre, dann hier“, sagt Pfetzing.

Im Grenzmuseum Schifflersgrund wurde die innerdeutsche Teilung menschlich gemacht. Ein ehemaliger NVA-Soldat erzählte aus seinem Leben als Grenzer. Das sei besonder für die Waldkappeler, die unweit des Eisernen Vorhangs ihrem Alltag nachgingen, interessant.

Pfetzing wird eine Dokumentation des deutsch-französisch-niederländischen Projekts an die European Education and Culture Executive Agency (EACEA) geben, die den Verein finanziell fördern möchte. (Tobias Stück)

Auch interessant

Kommentare