Ortsbeirat und Kirchenvorstand planen Arbeitseinsatz

Weltkriegsveteran bemängelt Wildwuchs um Kriegsgräber in Bischhausen

Unkraut erobert die Gräber der Toten des Zweiten Weltkrieges: Weil es kaum noch Angehörige gibt, sind die Kriegsgräber sich beinahe selbst überlassen.
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Unkraut erobert die Gräber der Toten des Zweiten Weltkrieges: Weil es kaum noch Angehörige gibt, sind die Kriegsgräber sich beinahe selbst überlassen.

Den Zustand von mehreren Kriegsgräber auf dem Friedhof in Bischhausen bemängelte jetzt ein Weltkriegsveteran bei seinem Besuch. Kirchenvorstand und Ortsbeirat reagierten umgehend.

Bischhausen - Mehr als 50 Grabstellen auf dem Bischhäuser Friedhof sind in schlechtem und ungepflegtem Zustand – darunter auch die acht Gräber von Gefallen des Zweiten Weltkrieges, die unter einer mächtigen Linde liegen. Zwischen den Gräbern der Gefallenen wuchern Gras und Disteln, ein Teil der Fläche um die Steine ist mit einer schwarzen Folie abgedeckt.

Dr. Götz Uebe, selbst Zweiter-Weltkriegsveteran, der in Ludwigslust lebt und vergangenen Woche in Bischhausen zu Besuch war – auch um die Kriegsgräber gefallener Angehöriger zu besuchen – schrieb: „Bei dem Besuch des Friedhofes in Bischhausen, auf dem Verwandte von mir bestattet sind, musste ich ein schlimmes Beispiel genau entgegengesetzt zu den Zielen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge oder des nationalen Zieles des würdigen Gedenkens entdecken.“ Dort sei eine Menge verlotterter Soldatengräber neben einer abgedeckten Müllkippe. „Nicht nur in Nordafrika oder Frankreich oder sonst wo, auch in Deutschland verdienen diese Opfer ein würdiges Grab.“

Ortsbeirat und Kirchenvorstand planen bereits Arbeitseinsatz

Diese Generalkritik wollen die Bischhäuser nicht auf sich sitzen lassen. „Die Folie haben wir extra dort ausgelegt, um dem Unkraut überhaupt Herr zu werden“, sagt Angelika Schönewolf vom Kirchenvorstand, die in der vorigen Woche gemeinsam mit Elke Triller vom Friedhofsausschuss eine Begehung des Friedhofes gemacht hat, um einen Arbeitsplan für einen freiwilligen Arbeitseinsatz im September zu haben.

Mit auf der Liste stehen auch die acht Gräber der Gefallenen, die sonst niemand betreut und pflegt. „Wir wissen, dass das hässlich aussieht und nicht geht“, sagt Elke Triller, die auch Mitglied des Ortsbeirates ist. Aber Freiwillige zu finden, die sich ehrenamtlich um Friedhof und nicht gepflegte Gräber kümmern, würde immer schwerer. „Wir haben dafür weder Geld noch Leute. Und die, die bisher was gemacht haben, werden auch älter.“ Mittel vom Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge gebe es übrigens nicht. Der Friedhof in Bischhausen ist auch auf der Website des Volksbundes nicht erfasst.

Umfassungen der Soldatengräber sollen entfernt werden

Damit die Pflege der Kriegsgräber vereinfacht werden kann, gibt es in Bischhausen Ideen. „Wir wollen die Umfassungen der Grabstellen analog der Rasengräber entfernen lassen, dann kann um die Steine herum ordentlich gemäht werden“, sagt Elvira Bornmann-Edler, die Mitglied der Stadtverordnetenversammlung Waldkappel ist.

Zu anderen, so Elke Triller, habe man inzwischen die Liegedauer auf dem Friedhof in Bischhausen von 40 Jahren auf 25 verkürzt und wolle jetzt alle Angehörigen anschreiben. „Dann können die Leute entscheiden, ob sie die Grabstellen vorzeitig aufgeben wollen oder nicht. “ (Stefanie Salzmann)

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