Illumination in Burghofen und Grandenborn

Wirte fordern „Grünes Licht“: Aktion soll Notlage der Gastronomie zeigen

Mit dem Slogan „Wir können und wir wollen“ haben sich Mario und Sandra Borschel, Betreiber des Gasthofes „Zum Stern“ im Waldkappeler Stadtteil Burghofen, dem Aufruf des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Hessen angeschlossen und fordern „Grünes Licht“ für ihren Betrieb. Dazu hat das Paar, das das Haus in fünfter Generation führt, das Gebäude am Montagabend für einige Stunden grün angeleuchtet.
+
Mit dem Slogan „Wir können und wir wollen“ haben sich Mario und Sandra Borschel, Betreiber des Gasthofes „Zum Stern“ im Waldkappeler Stadtteil Burghofen, dem Aufruf des Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Hessen angeschlossen und fordern „Grünes Licht“ für ihren Betrieb.

„Wir können. Wir wollen. Wann kriegen wir grünes Licht?“ Mehrere gastronomische Betriebe der Region sind am Montag dem Aufruf der Dehoga Hessen gefolgt und haben ihr Haus grün beleuchtet.

Burghofen/Grandenborn – Statt anheimelnder Beleuchtung strahlte der Gasthof „Zum Stern“ in Burghofen am Montagabend für einige Stunden in einem grellen Giftgrün. Mario und Sandra Borschel, die den „Stern“ als Familienbetrieb führen, waren mit der Illuminierung ihres Hauses einem Aufruf des Hessischen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) gefolgt, im Vorfeld der heute stattfindenden Bund-Länder-Konferenz ihre Forderungen nach einer Öffnungsperspektive für ihre Betriebe zu formulieren. Sie sagen: „Wir können. Wir wollen. Wann kriegen wir grünes Licht?“

Zuvor hatte sich das Paar aus Burghofen auch in einem Videoclip mit seiner konkreten Situation vorgestellt. Die Dehoga hatte die Videos über Youtube und soziale Netzwerke veröffentlicht. Daran hatte sich neben etwa 100 weiteren Gastronomen aus Hessen auch das Geschwisterpaar Timo Linhose und Antonia Jacob beteiligt, die mit ihren Eltern den „Teichhof“ in Grandenborn betreiben.

„Wir wollen einfach nicht mehr hingehalten werden“, sagt Sandra Borschel. Obwohl der Betrieb, der seit Anfang November vorigen Jahres geschlossen ist, seit Februar an den Wochenenden Essen zum Abholen verkauft, „ist das nichts, was wir langfristig so weitermachen können“, sagt die 32-jährige Gastwirtin. Unverständlich sind ihr die Unterschiede in den Branchen. „Wir haben gute Hygienekonzepte, die Gastronomie war nie ein Corona-Hotspot“, sagt sie und hält es für deutlich riskanter, wenn Leute ihre Feste in Privaträumen feiern, wo es weder Regeln noch Kontrolle gibt.

Haben zum 100-jährigen Jubiläum nichts zu feiern: Tim Linohose und seine Schwester Antonias Jacob führen mit ihren Eltern den „Teichhof“ in Grandenborn. Sie schildern ihre Lage in einem Videoclip. Screenshot: stefanie Salzmann

Der „Teichhof“ in Grandenborn hat sein Gebäude zwar nicht grün leuchten lassen, doch die Forderungen sind ähnlich. „Wir wollen gern öffnen, aber nicht, wenn wir dann gleich wieder zumachen müssen“, sagt Antonia Jacob. Was richtig ist, weiß sie auch nicht. „Aber es bringt nichts, wenn wir öffnen und es darf nur ein Hausstand kommen“, sagt sie. Der Betrieb, den die die Familie im Ringgau in achter Generation führt, hat insgesamt 28 Beschäftigte. Bis auf fünf Leute, die in der hauseigenen Metzgerei beschäftigt sind, sind alle auf Kurzarbeit null. Weil der Teichhof über die Metzgerei noch Einnahmen hat, bekomme der Betrieb keine Coronahilfen, sagt Antonia Jacob. „Die Einnahmen aus der Metzgerei reichen nicht, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.“ „Uns fehlen die Ausflügler, die zum Wurstkaufen, Kaffeetrinken und zum Essen kommen.“

Das Schlimmste sei, „dass die Mitarbeiter schon so lange zu Hause sind und wir ihnen keine Perspektive geben können“, sagt die junge Geschäftsfrau. Einige Mitarbeiter seien am Wochenende in der Küche beschäftigt, denn auch der Teichhof bietet an den Wochenenden Essen zum Abholen an.

Mit der Aktion „Grünes Licht“ wollen die Betriebe auf die Notlage des Gastgewerbes aufmerksam machen und den Forderungen der Branche nach Öffnungsperspektiven Nachdruck verleihen. „Von dem Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin erwarten wir einen klaren Fahrplan mit verbindlichen und nachvollziehbaren Kriterien, wann, was und wie unter welchen Voraussetzungen machbar sein kann“, so Dehoga-Präsident Gerald Kink. (Stefanie Salzmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare