Zeitreise zum Stadtjubiläum

Alten Erfolg neu erfinden

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Sie geben dem Jubiläum die professionelle Richtung: Johannes Faget von der Agentur Fogelvrei wird die Wanfrieder für das Fest im August beraten. Bereits beim Renaissancefest 2008 war Fogelvrei mit von der Partie.

Wanfried. Die Erinnerungen an den fulminanten Erfolg des Renaissancefests 2008 sind in Wanfried noch frisch. Die „Jubel“-Rufe klingen denen, die die drei Tage im August vor viereinhalb Jahren dabei waren noch heute in den Ohren.

Trotz regnerischen Wetters kamen damals über 20 000 Besucher in die Stadt. Zur 1200 Jahrfeier der Stadt am 30./31 August und 1. September soll der Erfolg wiederholt, das Fest aber nicht kopiert werden.

Das Konzept ist dennoch ähnlich. Die Wanfrieder sollen das Fest gestalten. Über 40 Gruppen, Vereine und Institutionen aus der Kernstadt und den vier Stadtteilen haben bereits ihr Mitwirken zugesagt. Die Herausforderung: Dieses Mal müssen 1200 Jahre Zeitgeschichte abgedeckt werden. Die Gruppen geben an, was sie am letzten Wochenende im August darbieten wollen. „Es wird Überschneidungen geben“, sagt Otto Frank aus dem Festausschuss. Zusammen mit Johannes Faget von der Agentur Fogelvrei sollen die Mitwirkenden beraten werden. Epochen, die die Wanfrieder nicht stellen können, besetzt Fogelvrei mit professionellen Darstellern. Voraussichtlich kümmert sie sich um Früh- und Hochmittelalter, Renaissance, den 30-jährigen Krieg und den Barock.

Neu ist der Veranstaltungsort. Zwar bleibt der Wanfrieder Hafen mit seiner großen Bedeutung für die positive Entwicklung Wanfrieds einer der prägenden Schauplätze. Innerhalb der Stadt verlagert sich das Geschehen aber in die Unterstadt. Rund um das Schloss, dem ältesten Teil Wanfrieds, wird sich ein Großteil abspielen. Außerdem ist die Strecke zwischen Keudell’schem Schloss und Kirche eingebunden. Die Landesstraße 3244 von dort bis zum Abzweig Völkershausen wird an diesem Wochenende gesperrt sein. „Das haben wir gerade ausgehandelt, um noch mehr Flair der Vergangenheit aufleben zu lassen“erzählt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Dafür wird die Marktstraße, 2008 noch Dreh- und Angelpunkt des Fests, für den Verkehr weiter befahrbar sein. Nur über Einlassstellen wird der Eintritt gewährt. „Die brauchen wir, um das Fest zu finanzieren“, sagt Gebhard. Am Keudell’schen Schloss simulieren die Orte Heldra und Wendehausen einen Grenzübergang.

Ursprünglich sollten die Feierlichkeiten eine Woche früher stattfinden. „Dann wären sie aber mit dem Werraman in Eschwege zusammengefallen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Diese Überschneidung wollte der Festausschuss auf jeden Fall vermeiden, weil sonst die beiden Großveranstaltungen in unmittelbarer Konkurrenz gestanden hätten. Bei der Terminfestlegung wurde auch darauf geachtet, dass zeitgleich keine anderen größeren Veranstaltungen in umliegenden Nachbarkommunen stattfinden. Mit dem letzten Wochenende im August wurden alle Kriterien erfüllt.

Bereits am Freitag findet ein Eröffnungskonzert statt. Am Hafen wird am Freitag, 30. August, die Q-Revival Band spielen. Der Förderverein Historischer Hafen Wanfried hat den Auftakt organisiert, der bewusst neuzeitlich gehalten wird. Über 1000 Zuschauer werden erwartet. Die gesperrte Landstraße soll mit in das Konzept aufgenommen werden.

Bis Mitte Januar können sich Wanfrieder, die sich an dem Fest beteiligen wollen, bei der Stadtverwaltung anmelden. Indes soll Otto Frank die Position von Wilhelm Gebhard als Vorsitzender des Festausschusses übernehmen. Gebhard wird diese Personalie dem Festausschuss vorschlagen. „Wir haben mit dieser Konstellation 2008 sehr gute Erfahrungen gemacht“, sagt Gebhard.

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