Die Liebe führt nach Altenburschla

Ein herzliches Willkommen: Einführungsgottesdienst von Pfarrerin Sabrina Wascholowski

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In ihr neues Amt eingeführt: Pfarrerin Sabrina Wascholowski während ihrer Antrittspredigt in der Kirche in Altenburschla.

In einem feierlichen Gottesdienst ist die neuen Pfarrerin von Altenburschla, Sabrina Wascholowski, in ihr Amt eingeführt worden. 

Sie wünscht sich, dass die Kirche auch zum Gottesdienst immer so voll sein möge wie am Tag ihrer Amtseinführung. Ertappt. Da musste die so zahlreich erschienene Gemeinde selbst ein wenig verschämt lachen. Dass es sich aber lohnen könnte, zeigte die selbstbewusste junge Pfarrerin Sabrina Wascholowski, die nun für Altenburschla, Heldra und Völkershausen zuständig ist, mit ihrer Predigt. Darin wurde sie auch politisch.

Gerechter Lohn für fleißige Arbeit

Rhetorisch perfekt verpackt in eine Geschichte sprach sie über ein Thema, das heute viele Menschen belastet: gerechter Lohn für fleißige Arbeit. Sie machte deutlich: Wenn der Profit regiere, stehe auf dem Arbeitsmarkt die Gerechtigkeit hintenan. Wer heute nicht die erwartete Leistung erbringe, falle hinten runter. Und wer sich dann ungerecht behandelt fühle, gerate in die Fänge derjenigen, die das ausnutzen wollten. „Wir sehen die blauen Schatten schon am Rand aufziehen“, mahnte Sabrina Wascholowski. Genauso wie sich die braunen Schatten vor 100 Jahren angeschlichen hatten, in einer ähnlichen Situation der Unzufriedenheit. Mit der Geschichte vom Weinberg des Herrn erläuterte sie schließlich: Wäre Gott Arbeitgeber, zählten nicht allein Leistung und Gerechtigkeit als Maßstäbe, sondern vor allem auch Güte.

Vorstellung vor der Gemeinde 

Freudig empfangen: Der Kirchenvorstand und die Dekanin heißen Sabrina Wascholowski (Mitte) herzlich willkommen. 

Ulrike Laakmann, Dekanin des neuen Kirchenkreises Werra-Meißner, führte die Pfarrerin ins Amt ein und stellte sie der Gemeinde vor. Am Reformationstag in Niedersachsen in der Nähe von Stadthagen geboren, studierte Sabrina Wascholowski Theologie in Bielefeld und Berlin, machte ein Praktikum im Berliner Dom und absolvierte ihr Vikariat in Northeim. Dann wurde sie Pfarrerin nahe Hildesheim. „Doch die Liebe verschlägt sie nun nach Nordhessen“, verriet die Dekanin. „Sie folgt ihrer Frau Saskia Wascholowski, die beruflich in ihre Heimat wechseln wollte. Und das ist ein Glückfall für uns alle.“

In Altenburschla war durch den Abschied des Pfarrer-Ehepaars Kunstmann gerade eine Stelle freigeworden. Diese sollte durch die Pfarrstellenanpassung auf eine halbe Stelle gekürzt werden, doch die Landeskirche entschied sich, nun doch erst einmal eine Dreiviertelstelle hier zu behalten.

Herzliches Willkommen 

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde Sabrina Wascholowski von Pröpstin Katrin Wienold-Hocke, Pfarrerin Rosemarie Kremmer, Pfarrer Gernot Hübner, Pfarrerin Hanna Hossbach, Peter Roeder von Diersburg, Patronatsherr der Kirche in Altenburschla, Diakon Stefan Schäfer, Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Niklass und dem Team des Kindergartens Arche Altenburschla – darunter auch Ehefrau Saskia und Schwiegermutter Christel – herzlich und sehr emotional willkommen geheißen. Sie alle freuten sich auf die künftige Zusammenarbeit mit der Pfarrerin. Auch wenn die Kirche mal nicht so voll sein sollte.

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