Festakt am Sonntag

Mittwoch vor 25 Jahren: Grenzeröffnung zwischen Heldra und Wendehausen

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Der Weg ist frei: Vier Monate, nachdem Politbüromitglied Günther Schabowski Privatreisen ins Ausland als legal verkündet hatte, wurde die Grenze zwischen Heldra und Wendehausen geöffnet. Foto: privat

Heldra. Kaum ein Satz hat in der deutschen Nachkriegsgeschichte für mehr Veränderung gesorgt, als die Worte des SED-Politbüromitglieds Günter Schabowski während einer Pressekonferenz. „Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen beantragt werden - ab sofort."

Damit verkündete Schabowski vermutlich ungewollt das nahe Ende der DDR. Was folgte, war eine große Zahl von Grenzöffnungen zwischen West und Ost, darunter auch die zwischen Heldra und Wendehausen am 11. März 1990 -  am Mittwoch vor 25 Jahren.

Das historische Ereignis feiern beide Gemeinden in einem gemeinsamen Festakt am kommenden Sonntag, 15. März, ab 10.30 Uhr in der Festhalle in Wendehausen.

Festprogramm

Sonntag, 15. März:

• 10.30 Uhr: Gottesdienst

• 12 Uhr: Mittagessen

• 13.30 Uhr: Gemeinsamer Auftritt der Chöre, anschließend Begrüßung, Festreden und Grußworte

• 14.30 Uhr: Programm der Chöre

• 15 Uhr: Kaffee und Kuchen

• 15.30 Uhr: Heubergmusikanten

Dem auf Schabowskis Aussage folgenden Ansturm waren 1989 die bestehenden Grenzübergänge nicht gewachsen. Daher mussten zahlreiche neue Übergänge geschaffen werden. So konnten in der Region um Wanfried unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beider Seiten am 12. November 1989 der Grenzübergang Wanfried - Katharinenberg, am 13. November 1989 der Übergang Heldra (Bahnhof Großburschla) - Großburschla und am 18. November 1989 der Übergang Heldra (Feldmühle) - Treffurt geöffnet werden.

Im Protokollbuch der Freiwilligen Feuerwehr Heldra steht darüber: „Jeweils am Öffnungstag und am darauffolgenden Tag konnte die Grenze von beiden Seiten ohne Visum passiert werden. Tausende nahmen diese Gelegenheit wahr, und daraus ergaben sich Verkehrsprobleme (Parken), die von unseren Kameraden, unterstützt durch Altenburschla und Wanfried, bewältigt wurden. Sechs Kameraden der hiesigen Wehr waren in Uniform in Schnellmannshausen, und es fanden erste Kontakte zwischen beiden Wehren statt. Unsere Kameraden luden die Kameraden aus Schnellmannshausen zum Kameradschaftsabend ein.“ Zeitzeugen ist das Auftreten der „Heldrastein-Musikanten“ aus Schnellmannshausen als besondere Attraktion in Erinnerung geblieben.

An der Grenzöffnung im März 1990 waren die Wehren beider Orte beteiligt. Aus diesem ersten Kontakt entwickelte sich eine enge Freundschaft, die auch noch fortbesteht, nachdem im Laufe des Jahres 1990 die Grenzen völlig fielen. (lad)

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