Mehrgenerationenhaus soll entstehen

Großprojekt in Aue: Auf dem Rittergut gehen die Arbeiten voran

Am Lieblingsplatz der Familie Schmidt: Andreas Schmidt sitzt auf einer gusseisernen Garnitur im Hof des Guts in Aue. Stühle, Bank und Tisch wurden nach den Originalen nachgegossen, die Schmidts Urahne vor etwa 120 Jahren einmal entworfen hat und passen perfekt zum Rittergut. Im Hintergrund ist das neue Dach des Maschinenschuppens zu sehen. Rechts erkennt man das Stallgebäude.
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Am Lieblingsplatz der Familie Schmidt: Andreas Schmidt sitzt auf einer gusseisernen Garnitur im Hof des Guts in Aue. Stühle, Bank und Tisch wurden nach den Originalen nachgegossen, die Schmidts Urahne vor etwa 120 Jahren einmal entworfen hat und passen perfekt zum Rittergut. Im Hintergrund ist das neue Dach des Maschinenschuppens zu sehen. Rechts erkennt man das Stallgebäude.

Auf dem Rittergut in Aue sollen einmal mehrere Generationen gemeinsam leben. Das ist die Vision der neuen Gutsbesitzer. Die Arbeiten dafür gehen voran.

Aue – Hühner laufen frei über den idyllischen Hof des Ritterguts in Aue. Aus dem Stall blicken neugierig ein paar Schafe. Mittelpunkt des fast 500 Jahre alten Anwesens bildet das markante Herrenhaus. Hier wollen sich die neuen Gutsbesitzer Andreas und Gülilah Schmidt einen Traum erfüllen: Ein Mehrgenerationenhaus. Bis dahin ist es aber noch ein ganzes Stück Arbeit für die beiden. Das Ehepaar hat das Gut im Februar dieses Jahres gekauft. Wie sieht nach einem halben Jahr die Bilanz aus?

Rittergut in Aue: Das haben die neuen Besitzer bisher geschafft

Auf dem 12 000 Quadratmeter großen Anwesen befinden sich neben dem Herrenhaus noch sieben weitere Gebäude. Auf dem ehemaligen Landmaschinenschuppen direkt an der Straße ist bereits ein neues Dach zu erkennen. Diese Baustelle sei längst überfällig gewesen, sagt Andreas Schmidt. „Lange war eine Absperrung vor dem Gebäude, weil die Ziegel herunterfielen“, erklärt der 44-jährige Arzt.

Das neue Dach zeige nun nach jahrelangem Stillstand und Verfall auch nach Außen, dass etwas auf dem Gut passiert. Direkt daneben befindet sich ein 63 Meter langes ehemaliges Stallgebäude, das teilweise bereits verpachtet ist. Auch dort müsse das Dach dringend neu gemacht werden, sagt Schmidt. Die Kosten dafür sollen sich aber durch die Pacht selbst tragen.

Ansonsten ist Familie Schmidt auf dem Anwesen noch immer dabei, aufzuräumen, zu entrümpeln und sich einen Überblick über das Ausmaß des Großprojekts zu verschaffen. An Baustellen mangelt es den neuen Gutbesitzern nicht. Bisher gehe es aber eher darum, den Reparaturstau der vergangenen Jahrzehnte nach und nach abzuarbeiten. Aktuell haben sie die Schornsteinköpfe, die Dächer und verschiedene Elektro- und Wasseranschlüsse ins Auge gefasst. „Es sollen jetzt erst einmal keine weiteren Schäden entstehen“, erklärt Schmidt.

Hier sollen einmal mehrere Generationen leben: Die Arbeiten am Herrenhaus und auf dem Gut in Aue gehen voran.

Es folge ein Schritt nach dem anderen. Jeder müsse gut überlegt sein. Bei all den Arbeiten achten die Bauherren darauf, das Traditionelle und Historische des fast 500 Jahre alten Gebäudes zu erhalten. Die Ausstattung soll modern sein, die Baustoffe aber sollen traditionell bleiben.

„Wir haben das Gefühl, gut voranzukommen“, sagt der Familienvater. Trotzdem seien die noch im Februar einkalkulierten drei Jahre für alle Arbeiten zum jetzigen Stand nicht mehr realistisch. „Wir haben aber keine Eile“, betont der 44-Jährige. Unter anderem die Corona-Pandemie, die kurz nach dem Kauf in Deutschland ausgebrochen ist, bremse vieles aus, aber auch Behördengänge, Absprachen und Genehmigungen für das denkmalgeschützte Anwesen benötigten ihre Zeit.

Rittergut in Aue: Mehrere Generationen unter einem Dach vereint

Mit ihren Kindern sind die Schmidts vor einem halben Jahr in das Herrenhaus gezogen – vorübergehend in eine ausgebaute 60 Quadratmeter große Wohnung, wo zuletzt ein älteres Ehepaar lebte. „Es ist etwas eng, aber sehr heimelig. Dass wir hier leben können, entschädigt die kleine Wohnung“, sagt Andreas Schmidt. „Wir haben uns in das Gut und die Gegend verliebt“, sagt er. Auf dem idyllischen Hof laufen bereits ein paar Hühner frei herum und im Stall stehen vier Schafe.

In den Gebäuden sollen mehrere Wohnungen entstehen. Besonders wichtig ist Familie Schmidt, mehreren Generationen auf dem Rittergut ein gemeinsames Zusammenleben zu ermöglichen. Einerseits soll es altersgerechten Wohnraum geben, aber auch für Familien soll Platz sein.

„Unser Ziel ist eine gute Nachbarschaft und eine sinnvolle Verknüpfung von Leben, Tun und Arbeiten.“ Es soll ein Gemeinschaftsort entstehen, an dem sich alle Generationen einbringen können, anstatt sie voneinander zu trennen. „Das ist unser Herzenswunsch.“ (Von Jessica Sippel)

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