Schlierbachswald: Bäume werden zur Sicherheit gefällt 

Fällen etwa alle fünf Minuten einen Baum: Waldarbeiter Andreas Büschen (hinten) und sein Mitarbeiter Hans-Joachim Lohmann sorgen dafür, dass die Bäume in Straßennähe nicht den Verkehr gefährden. Fotos: tobias Stück

Entlang der Kreisstraße 49 bei Völkershausen werden derzeit zahlreichen Fichten gefällt, nachdem kürzlich ein Baum Richtung Fahrbahn gestürzt war. 

Völkershausen – Wenigstens noch heute und morgen, vielleicht sogar bis zum Ende der Woche ist die Kreisstraße 49 zwischen Völkershausen und dem Abzweig nach Weißenborn und Eschwege im Schlierbachswald voll gesperrt. Grund sind Sicherungsarbeiten nach den Stürmen Sabine und Victoria, die Hessen Mobil veranlasst hat.

Hessen Forst ist im Einsatz 

Seit dem frühen Dienstagmorgen ist Forstarbeiter Andreas Büschen mit seinem Mitarbeiter Hans-Joachim Lohmann im Einsatz. Bis zur Mittagspause haben sie fast 50 Bäume gefällt. „Hauptsächlich Fichten“, berichtet Büschen. Die, die der Borkenkäfer angegriffen hat, werden zuerst umgelegt. Sprach’s und machte sich wieder an die Arbeit. Nach viereinhalb Minuten ist der nächste Baum gefällt.

Fällungen im Privatwald angeordnet

Hessen Mobil hatte die Fällungen in dem Privatwald angeordnet, weil ein Baum durch den Sturm der vergangenen Tage in Richtung Kreisstraße umgekippt war. „Der Besitzer ist aufgefordert, die Bäume zu entfernen und die Verkehrssicherheit wieder herzustellen“, sagt Joachim Schmidt von Hessen Mobil. Nach Ansicht von Hubertus von Roeder, der den Privatwald für den Eigentümer verwaltet, voreilig. „Die Fichten hier stehen wie einbetoniert und sind eigentlich keine Gefahr“, sagt er. Trotzdem sind nach Ende der Fällarbeiten, die von Roeder beauftragt hat, 150 Bäume der Säge gewichen. Auf einem Holzmarkt, der zurzeit eh angespannt ist, werden zusätzliche Fichten nicht unbedingt benötigt. Sicherheit gehe aber vor.

Wald ist insgesamt glimpflich davongekommen

Insgesamt sei der Wald im Kreisgebiet nach den Stürmen Sabine und Victoria glimpflich davongekommen, sagt Hubertus von Roeder, der gleichzeitig Vorsitzender der Kreisgruppe Werra-Meißner des Hessischen Waldbesitzerverbands ist. Etwa einen Festmeter pro Hektar Wald hat der Sturm zerstört.

Das bestätigt auch Hessen Forst. Es seien vor allem einzelne Bäume umgeworfen worden, sagte Michelle Sundermann, Sprecherin von Hessen Forst in Kassel. Laut Hessen Forst wurden mehr Nadel- als Laubbäume umgeworfen.

Der Holzmarkt ist übersättigt

Ungünstig sei der Zeitpunkt dennoch. Der massive Anstieg an Verkaufsholz belaste den ohnehin schon übersättigten Holzmarkt zusätzlich – die wirtschaftliche Situation der Forstbetriebe sei dadurch massiv gefährdet. Und: Der Borkenkäfer findet kurz vor dem Ausfliegen viel Material im Wald, um sich auszubreiten, heißt es von Hessen Forst. „Ab 15 Grad fängt er wieder an zu fliegen. Wir rechnen damit, dass es dann den Wald mit voller Wucht trifft“, sagt Michelle Sundermann.

Durchfahrt ist verboten 

Die Vermarktung muss Waldarbeiter Andreas Büschen nicht interessieren. Er ärgert sich über die, die trotz weitläufiger Sperrung an dem Waldstück vorbeikommen, wo gerade Fällarbeiten laufen. „Auch wenn wir genau wissen, wo der Baum hinfällt, kann immer mal ein Ast abbrechen und zu einem Geschoss werden“, sagt der erfahrene Waldarbeiter. Ab dem Abzweig Weißenborn/Eschwege und bei Wanfried weisen Sperrschilder darauf hin, dass die Durchfahrt verboten ist. Auf der Kreisstraße kontrolliert ein dritter Mitarbeiter, dass den Fällarbeiten niemand in die Quere kommt. Denn Andreas Büschen hat schon den nächsten Fällschnitt angesetzt und der Berliner Hans-Joachim Lohmann treibt den Keil mit der Spaltaxt in den Stamm. „Achtung! Baum fällt.“ Zur Sicherheit.

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