Neue Kita für Wanfried

Beschlossene Sache: Magistrat soll Fördermittel für Umbau der Schule akquirieren

So könnte der neue Kindergarten in Wanfried aussehen: Es ist nun beschlossen, dass die Gerhart-Hauptmann-Schule zur Kindertagesstätte umgebaut werden soll.  
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So könnte der neue Kindergarten in Wanfried aussehen: Es ist nun beschlossen, dass die Gerhart-Hauptmann-Schule zur Kindertagesstätte umgebaut werden soll.

Es ist für Wanfried eine der größten Investitionen seit mehreren Jahrzehnten: der Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule zur Kindertagesstätte.

Wanfried – Genau 4,38 Millionen Euro wird dieser Umbau nach aktuellem Stand kosten. Das geht aus dem umfassenden Konzept für den Schulumbau hervor.

Der Umbau soll nun umgesetzt werden. Das wurde auf der jüngsten Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen. 1,5 Millionen Euro Eigenanteil sollen dabei nicht überschritten werden. Der Rest müsse aus Fördermitteln finanziert werden, die der Magistrat akquirieren soll. Auch dieser Tagesordnungspunkt wurde einstimmig beschlossen. Zudem soll im Zuge des Kita-Umbaus der Standort an der Ringstraße zu einer reinen Krippe umgebaut werden. Auch das wurde einstimmig beschlossen.

Der Beginn der tatsächlichen Arbeiten hänge aber davon ab, wann die Grundschule, die aktuell noch im Gebäude ist, auf den neuen Schulcampus umzieht. Nach aktuellen Informationen sei das für 2022 geplant. Daher sei eine Fertigstellung der neuen Kita frühestens 2024 möglich.

Der Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule zum großen Kita-Komplex sei eine gute Idee und dringend notwendig. Darin sind sich alle Anwesenden einig. Denn die Geburtenrate steigt, für die kommenden Jahre soll es nach aktuellen Prognosen noch mehr Kinder geben und die Kitaplätze seien jetzt schon knapp, wie es während der Sitzung hieß.

Mit einigen Punkten im Konzept ist die SPD-Fraktion aber trotzdem nicht einverstanden. Sie befürchtet eine mögliche Schließung der Stadtteilkindergärten Altenburschla und Heldra, wenn die große Kita in Wanfried priorisiert genutzt werden wird. Aus dem Konzept gehe zudem hervor, dass die Stadtteilkindergärten dann in das Gesamtkonzept aufgenommen werden würden, etwa für besondere Veranstaltungen, Wanderungen, Koch-AGs, Erste-Hilfe- und Coachingkurse für Eltern.

Sollten die Kapazitäten in der großen Wanfrieder Kita nicht ausreichen, bleiben die kleineren Einrichtungen weiterhin in Betrieb. „Diesen Punkten können wir heute nicht ohne Bauchschmerzen zustimmen“, sagt Lisa Susebach, Fraktionsvorsitzende der SPD. Eine Entscheidung in diese Richtung sei erst in ein paar Jahren sinnvoll und jetzt noch zu früh, sagte sie.

Deshalb hat die SPD bei drei von sieben Beschlussfassungen zum Thema Umbau mit nein gestimmt. Das betrifft die Beschlussfassungen, dass die neue Kita bevorzugt belegt werden soll, die Fassung, nach der die beiden Kitas in Heldra und Altenburschla für besondere Veranstaltungen genutzt werden, soweit kein Bedarf besteht sowie, dass die Kitas auf die Anforderungen des Unfallschutzes und ein pädagogisch hochwertiges Raumkonzepts zu prüfen.

„Es geht nicht um eine Schließung, es geht um ein Gesamtkonzept, wo alle integriert werden“, betonte Ilse von Scharfenberg (CDU). Zudem sei wegen der prognostizierten steigenden Kinderzahlen von 34 Kindern in den nächsten Jahren davon auszugehen, dass die Kitas in Heldra und Altenburschla gebraucht würden.

Dem stimmte auch Bürgermeister Wilhelm Gebhard zu. „Es wäre verrückt, wenn wir über vier Millionen Euro in ein Gebäude mit pädagogisch wertvollem Konzept investieren und die neue Kita dann nicht priorisiert belegen“, sagt er. (Von Jessica Sippel)

Teilnehmer

SPD 7 von 8

CDU 10 von 10

FDP 1 von 1

Sitzungsdauer 140 Minuten

Gäste 9

Beschlussfassungen

  • Ankauf der Kita in der Ringstraße 47 (einstimmig)
  • Wasser- und Abwassergebühren bleiben unverändert (einstimmig)
  • Einbringung Haushalt 2021 (einstimmig)
  • Investitionsprogramm für die Jahre 2020-2024 (einstimmig)
  • Umsetzung des Umbaus der Gerhart-Hauptmann-Schule zur Kita (einstimmig)
  • Kita-Umbau: Magistrat soll Projektmanagement installieren und Eigentumsübertragung abwickeln. (einstimmig)
  • Kita-Umbau: Neue Kita soll priorisiert nutzen (11 ja, 7 nein)
  • Kita-Umbau: Standorte Heldra und Alteburschla für besondere Veranstaltungen nutzen (11 ja, 7 nein)
  • Kita-Umbau: Kitas Altenburschla und Heldra auf bauliche Anforderungen und Konzept prüfen (11 ja, 7 nein)

Nächste Sitzung: 29. Januar 2021

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