Gebietserweiterung bis Weihnachten

Biogasanlage bei Wanfried: Große Nachfrage nach Nahwärme

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Soll zukünftig die Wärme in mindestens 60 Wanfrieder Haushalte liefern: Dafür wird die Biogasanlage am nördlichen Stadtrand von Wanfried im nächsten Frühjahr noch erweitert. Mit 3,3 Megawatt ist sie dann die größte des Werra-Meißner-Kreises. Statt Mais sollen demnächst mehr Rüben und Hühner-Trockenkot verarbeitet werden. 

Wanfried. Die Biogasanlage bei Wanfried erweitert ihr Versorgungsgebiet: Die Nachfrage nach der Nahwärme ist groß, zahlreiche Wanfrieder haben sich bereits angemeldet.

Von der guten Resonanz war Johannes Kollmann positiv überrascht. Der Projektleiter der Nahwärme-Versorgung in Wanfried für die Bioenergie Wanfried berichtet von zahlreichen Anmeldungen nach der ersten Bürgerinformationsveranstaltung und stetiger weiterer Nachfrage.

50 Teilnehmer wären nötig gewesen, damit sich die Investition von rund 1,7 Millionen für das E-Werk rechnet, über 60 sind es heute schon. Und weitere sollen hinzukommen.

Gebietserweiterung bis Weihnachten

Die Bioenergie Wanfried wird ab Ende der Woche jetzt auch die Haushalte in der Ringstraße, Bahnhofstraße, Marktstraße, Vor dem Untertor, Eschweger Straße, Paganusstraße, Am Forstamt und In der Werraaue anschreiben und das neue Nahwärmenetz zu den gleichen Konditionen wie im ersten Abschnitt anbieten. Bis Weihnachten sollen auch hier die Wärmelieferverträge abgeschlossen werden.

Bald die größte Biogasanlage im Werra-Meißner-Kreis

Für ein noch größeres Versorgungsgebiet in Wanfried reicht die Leistung der Biogasanlage nicht aus. Die Leistung der Anlage wird von 1,3 Megawatt auf 3,3 Megawatt aufgestockt und ist ab Frühjahr dann die mit Abstand größte Biogasanlage im Werra-Meißner-Kreis. Sollte der Wunsch nach einer flächendeckenden Versorgung in der Kernstadt von Wanfried laut werden, müsste man über eine zusätzliche Holzhackschnitzelanlage nachdenken. „Das ist aber eine Option in weiter Zukunft“, sagt Kollmann.

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Der weitere Fahrplan für die Biogasanlage

Bis Jahresende soll feststehen, wie viele Haushalte mitmachen. Dann werden die Tiefbauarbeiten ausgeschrieben. „Wir würden uns freuen, wenn ein Unternehmen aus der Region den Auftrag bekommen würde“, sagt Kollmann. Der Umfang der Ausschreibung kann jetzt ebenso wenig bestimmt werden wie die Länge des Fernleitungsnetzes. Die Tiefbauarbeiten sollen im Sommer/Herbst 2019 beginnen. 

Auch auf den Grundstücken wird gebaggert werden. Das übernimmt die Bioenergie und sorgt auch dafür, dass „hinterher alles wieder so aussieht wie vorher“. Ab dem Winter 19/20 soll die Wärmelieferung beginnen. Vorher entstehen keine Kosten. „Bei Verlängerung oder Kündigung der alten Anbieter sind wir behilflich“, sagt Kollmann.

Wenig Wärmeverlust beim Transport

Die Fernwärme wird mittels Warmwasser in unterirdischen Leitungen zu den Haushalten befördert. Die Biogasanlage verlässt das Wasser mit annähernd 100 Grad. „Bis zu 25 Prozent Wärmeverlust sind akzeptabel, wenn das Wasser die Haushalte erreicht“, sagt Kollmann. Tatsächlich würde nach seinen Angaben der Wärmeverlust bei etwa zehn Prozent liegen, das Wasser mit 80 bis 90 Grad den Wärmetauscher im Haus erreichen.

Kontakt: Weitere Fragen beantwortet Johannes Kollmann unter 0 56 55/98 86 22 oder johannes.kollmann@ewwanfried.de

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