Wanfried

Biogasanlage geht ans Wärmenetz - erste Gebäude werden seit Mittwoch versorgt

Versorgt bald mehr als 100 Wanfrieder Haushalte mit Wärme: Die Biogasanlage vor den Toren der Stadt liefert die überschüssige Energie über ein Nahwärmenetz in die Stadt.
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Versorgt bald mehr als 100 Wanfrieder Haushalte mit Wärme: Die Biogasanlage vor den Toren der Stadt liefert die überschüssige Energie über ein Nahwärmenetz in die Stadt.

Mehrere Monate hat sich der Ausbau verzögert, am Mittwoch wurden aber die ersten Gebäude in Wanfried an das neue Nahwärmenetz der angebauten Biogasanlage angeschlossen.

Wanfried – Den Anfang machten die Integrierte Gesamtschule (IGS) sowie die große Sporthalle und die ersten Privathaushalte. „Das Netz ist jetzt warm, in den nächsten Tagen werden dann weitere Haushalte und Betriebe angeschlossen“, sagt der Geschäftsführer der Bioenergie Wanfried Max-Ulrich Aschhoff.

Die Inbetriebnahme des neuen Netzes verzögerte sich gleich mehrmals um Monate. „Wir mussten den Heizstart immer wieder verschieben“, sagt Aschhoff. Zuerst sollten die ersten Gebäude schon ab Februar angeschlossen werden, zuletzt im Oktober und nun war es erst Mitte Dezember so weit. „Unser Zeitplan war vorher zu optimistisch. So schnell ging es dann doch nicht.“ Grund für die ungeplanten Verzögerungen waren zum Beispiel fehlende Genehmigungen, Hindernisse in den Straßen und auch die Coronapandemie, erklärt er.

Auf Kunden, die früher mit dem Anschluss ihres Haushaltes an das Nahwärmenetz gerechnet hatten und sich zwischenzeitlich doch noch einmal Heizöl kaufen mussten, nehme der Betrieb nun Rücksicht. „Das ist nur fair“, sagt Aschhoff. Ebenfalls sei es kein Problem, wenn ein Haushalt wegen der Weihnachtsfeiertage noch nicht sofort ans Netz gehen wolle.

Angeschlossen werden sollen neben der Schule, Sporthalle und zahlreichen Privathaushalten unter anderem auch das Rote Kreuz, die Feuerwehr, ein Pflegeheim, diverse Firmen im Industriegebiet sowie das Rathaus. Rund 110 Gebäude sollen in Wanfried mit Wärme aus der Biogasanlage versorgt werden. An den anfangs geschlossenen Wärmeverträgen ändere sich nichts – auch nicht an den vereinbarten Kosten, verspricht Aschhoff.

Neben der grünen Energie sieht der Geschäftsführer mehrere Vorteile in dem Nahwärmenetz, vor allem aber, dass sich die Verbraucher bei Problemen um nichts kümmern müssten. „Im Optimalfall sehen wir vor unseren Kunden, wenn etwas nicht stimmen sollte.“ Denn die Funktionen aller Anschlüsse seien über einen zentralen Computer nachzuvollziehen. Sinnvoll ist das Nahwärmenetz laut Aschhoff außerdem, weil die Wärme, die bei der Stromproduktion anfällt und vorrätig ist, nun genutzt werden kann.

Für diese Wärme wurden insgesamt sechs Kilometer Rohrleitungen in Wanfried verlegt, wenn alle Arbeiten abgeschlossen sind.

In den meisten Haushalten hätten die Installateure die Wärmeübergabestation weitestgehend vorbereitet. Danach müssten nur noch etwa 40 Zentimeter Rohrverbindungen und Elektrokabel verlegt werden. Die Inbetriebnahme dauere etwa ein bis zwei Stunden, erklärt Aschhoff. (Von Jessica Sippel)

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