Biogasanlage in Heldra soll vergrößert werden 

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Die Biogasanlage am Kurshagen bei Heldra: 2010 wurde sie von den Brüdern Kilian und Gregor Bürger gegründet, 2011 ging sie ans Netz. Nach der Erweiterung sollen hier 21 600 Tonnen Biomasse verarbeitet werden. 

Wanfried. Die Heldra Agrar GmbH am Kurshagen will seine Biogasanlage vergrößern. Einen entsprechenden Antrag hat die Gesellschaft bei der Stadt Wanfried gestellt. In ihrer jüngsten Sitzung hat die Stadtverordnetenversammlung sich grundsätzlich für eine Genehmigung der Erweiterung entschlossen.

Warum hat die Heldra Agrar GmbH den Antrag gestellt?

Die Gesellschafter wollen die Anlagenleistung der Biogasanlage in Heldra erhöhen. Es soll mehr Biogas erzeugt werden. Dafür muss die Gesamtmenge der Einbringungsstoffe erhöht werden. Bisher hat das Regierungspräsidium Kassel unterschiedliche Stoffe mit einer Jahresgesamtmenge von 15 560 Tonnen genehmigt.

Wird die Gesamtmenge der einzubringenden Biomasse jetzt erhöht?

Ja. Geplant ist, die Jahresgesamtmenge um 6040 Tonnen auf 21 600 Tonnen zu erhöhen. Dafür sollen mehr Zuckerrüben (2800 Tonnen), Grassilage (700 Tonnen), Maissilage (1200 Tonnen), Ganzpflanzensilage (500 Tonnen) und Rindermist (1000 Tonnen) in die Biogasanlage eingebracht werden.

Was passiert mit dem zusätzlichen Biogas?

Durch die Erhöhung der Einbringungsstoffe wird mehr Biogas produziert. Das wird in Strom umgewandelt, der in das Netz eingespeist wird. Außerdem entsteht mehr Wärme als Nebenprozess der Gasverbrennung. Die erhöhte Wärmeproduktion möchte das in Bahnhof-Großburschla ansässige Sägewerk der Ruhlandt Holz GmbH zur Trocknung seines Holzes nutzen. Ob die Anwohner von Bahnhof-Großburschla auch von der alternativen Heizungsversorgung profitieren können, wird zusätzlich geprüft.

Was muss jetzt genehmigt werden?

Anders als im Baujahr 2011 muss neben dem Regierungspräsidium jetzt auch die Stadt Wanfried ihre Zustimmung erteilen. Der bisherige Betrieb fiel unter das sogenannte privilegierte Bauen im Außenbereich, welches ohne die Schaffung besonderen Baurechtes erlaubt war. „Durch die Erhöhung der Produktionsmenge greift dies aber nicht mehr“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Die Stadt Wanfried muss demnach zur Realisierung des Vorhabens eine Bauleitplanung anstreben, um das Baurecht vor Ort herzustellen. Bauliche Veränderungen auf dem Gelände der Biogasanlage in Heldra sind nicht geplant.

Wie stehen die politischen Gremien zum Antrag der Heldra Agrar GmbH?

„Dass zum Ende der Abstimmung die große Mehrheit der Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung der Erweiterung im Grundsatz zugestimmt hat, begründet sich in der vielschichtigen und gut überdachten Setzung von Auflagen und Bedingungen an die Antragssteller, die als Grundlage der Zustimmung entwickelt wurde“, sagt Gebhard. Die wirtschaftliche Entwicklung der beiden betroffenen Unternehmen wurde dabei grundsätzlich positiv bewertet. Entscheidungsrelevant sei jedoch die Wahrung der ökologischen Rahmenbedingungen gewesen.

Welche Auflagen müssen die Betreiber erfüllen?

Die Auflagen wurden in Kooperation mit dem Ingenieurbüro für Landwirtschaft und Umwelt erarbeitet. Das muss die Heldra Agrar GmbH beachten:
• Die Betreiber dürfen bei der Erhöhung der Einbringungsstoffe nicht auf Hähnchenmist zurückreifen.
• Es muss ein qualifizierter Flächennachweis erbracht werden, der die Ausbringung der Gärrückstände dokumentiert.
• Die Betreiber verpflichten sich, an der von der Stadt Wanfried betriebenen grundwasserschutzorientierten Beratung teilzunehmen und sie anzuwenden.
• Es werden eine verpflichtende Düngeberatung, ein Gärrestemanagement, regelmäßige Analysen der Gärrückstände und ein Nitrat-Monitoring implementiert.

Wie geht es jetzt mit den Planungen weiter?

Der Ortsbeirat Heldra und die Stadtverordnetenversammlung Wanfried haben der Erweiterung bereits zugestimmt. Nun ist der Magistrat gefordert, das notwendige Bauleitplanverfahren vorzubereiten. Fachbehörden und Öffentlichkeit werden beteiligt. Das wird etwa ein halbes Jahr dauern. Alle verfahrensrelevanten Kosten werden von den Antragsstellern getragen.

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