Der Sanitärartikel-Hersteller Werkmeister will einen Mehrschichtbetrieb aufbauen

Mit Blick über Wanfried

Hoch hinaus: Die Wanfrieder Firma Werkmeister will einen Mehrschichtbetrieb aufbauen. Markus Reischek (von links), Jürgen Roth, Brigitte Steube, Dr. Stefan Frinken, Dr. Michael Ludwig und Bürgermeister Wilhelm Gebhard schauten von der Plesse auf das Werksgelände. Foto: Wetzestein

Wanfried. Der Blick von ganz oben hat sich gelohnt. Am vergangenen Dienstag standen Dr. Stefan Frinken und Markus Reischek das erste Mal auf der Plesse, knapp 500 Meter über der Stadt. Von dort aus hatten sie freie Sicht auf die Firma Werkmeister, das Unternehmen, dessen Kauf sie im Januar 2013 besiegelt hatten.

Der Ausflug zum Plesseturm war dem 50. Jubiläum der Betriebsgründung eines Konfektionsbetriebes von Karl Werkmeister am 1. April 1964 geschuldet, der Plesseturm wurde zur selben Zeit gebaut.

„Sie sind ein Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort der Region.“

Dr. Michael Ludwig, Leiter IHK Eschwege

Die gute Lage des heutigen Firmengebäudes in der Eschweger Straße ist von der Plesse aus klar zu erkennen. Eva und Hans-Jürgen Germerodt hatten im Jahr 2008 ihr Familienunternehmen vergrößert und an den Stadtrand verlegt. Die Produktion wurde erhöht, das Personal, vor allem im Bereich Näherei, auf 77 Mitarbeiter aufgestockt. Schon ein Jahr nach der Übergabe an die neuen Geschäftsführer zählt das Unternehmen 80 Mitarbeiter.

Vor dem Plesseturm nahmen die Geschäftsführer Frinken und Reischek sowie die Mitarbeiter der Firma Jürgen Roth und Brigitte Steube die Glückwünsche zum 50. Firmenjubiläum von Dr. Michael Ludwig, Leiter der IHK Geschäftsstelle Eschwege, und Bürgermeister Wilhelm Gebhard entgegen. „Wir freuen uns, dass sie das Unternehmen am Standort Wanfried weiterführen“, sagte der Bürgermeister, denn gerade der Beruf der Näherin habe in Deutschland keine „so gute Prognose“ gehabt. Aber genau dieser hat das Unternehmen Werkmeister mit der Produktion hochwertiger Maßprodukte ihre Qualität entgegengesetzt, mit handwerklich geschickten Näherinnen aus Wanfried und der Umgebung schafften sie die Kundenbindung.

Weiter ausbauen

„Wir wollen das Unternehmen jetzt weiter ausbauen“, sagte Dr. Frinken. Diesem Vorhaben stehe eine sehr gute Auftragslage gegenüber, die eine Aufstockung der Produktion notwendig mache. Geplant sei, die Produktion in Teilen in einen Mehrschichtbetrieb auszubauen. „Der Bedarf an flexibleren Arbeitszeiten ist da, wir investieren in solche Arbeitsplätze vor allem im Bereich der Näherei“, so Markus Reischek. Derzeit bedienen 26 Näherinnen die 47 Näh- und Spezialmaschinen, sechs neue Ausbildungsverträge wird die Firma Werkmeister in diesem Jahr abschließen, darunter Modenäherin, Fachlagerist und Industriekauffrau, außerdem werden seit März zwei Praktikanten aus den Werralandwerkstätten beschäftigt.

Im Unternehmen gibt es zudem die Möglichkeit, ein duales Studium zu absolvieren, zwei Beschäftigte nahmen dieses Angebot an. „Sie sind ein Aushängeschild für den Wirtschaftsstandort der Region“, sagte Ludwig anerkennend und beglückwünschte das gesamte Unternehmen im Namen der IHK Kassel-Marburg. Die neuen Geschäftsführer wissen, dass sie auf eine erfahrene Belegschaft setzen können und hoffen, dass mit vielen neuen Mitarbeitern in naher Zukunft der Mehrschichtbetrieb zu realisieren ist. Ihre Blicke gehen dabei weit über das Werratal hinaus, der Fokus aber bleibt weiterhin auf Wanfried gerichtet.

Von Diana Wetzestein

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