Bürgerschaftspreis Wanfried: Kitt, der Gesellschaft zusammenhält

Bürgerschaftspreis Wanfried 
+
Feierliches Rahmenprogramm: Die Musiker der Orchestergruppe der Anne-Frank-Schule Wanfried unterhielten das Publikum mit ihrem Können an den Instrumenten auf das Beste. 

Seit 2005 verleiht die Stadt Wanfried im zweijährigen Rhythmus den Bürgerschaftspreis. Am Sonntagnachmittag fand die Preisverleihung zum achten Mal statt.

Der Bürgerschaftspreis gliedert sich in einen ersten, zweiten und dritten Preis sowie in Anerkennungspreise. „Ohne Ehrenamt haben keine Stadt und kein Dorf eine Zukunft“, sagte Wilhelm Gebhard in seiner Begrüßungsrede. Deswegen liegt es für den Verwaltungschef auf der Hand „auch mal zu fördern, statt immer nur zu fordern“.

Mal Danke sagen 

Und dabei legt Gebhard den rund 160 Gästen wärmsten ans Herz, „mal Danke zu sagen“, denn „das Ehrenamt ist der Kitt der Gesellschaft, der uns zusammenhält“. Um dieses Engagement zu schätzen, hat sich eine vom Magistrat der Stadt Wanfried berufene Jury zur Verleihung des Bürgerschaftspreises zusammengesetzt und die eingegangenen Vorschläge der Bürger bewertet.

Ulrike Krimm

Der Stadtverwaltung um Bürgermeister Gebhard und Verwaltungsangestellte Gabriele Thomas oblagen die Vorbereitung und Moderation der Jurysitzung. Infolge einer intensiven Beratung ging der dritte Preis an eine äußerst sportliche Frau. Seit dem vierten Lebensjahr ist Ulrike Krimm Mitglied beim TSV Altenburschla und es dauerte nicht lange bis Krimm als qualifizierte Übungsleiterin und Organisatorin ihrem Heimatverein ihren Stempel aufdrückte.

Erwin Neugebauer

Der TSV-Vorsitzende Erwin Neugebauer strich die Kontinuität von Krimm heraus: „Obwohl sie in jungen Jahren begonnen hat, hat sie über mehrere Jahrzente engagiert durchgehalten.“ Früh hat die Übungsleiterin erkannt, dass Gesundheitssport für Senioren einen hohen Stellenwert einnimmt.

Wilhelm Jung

Ausgezeichnet: Wilhelm Jung (Mitte) freute sich über den Bürgerschaftspreis.

Wilhelm Jung aus Heldra hat sich den zweiten Platz redlich verdient. Der Laudator Bastian Dietzel von der Feuerwehr Heldra sprach von einem „Helden, der da hilft, wo Hilfe benötigt wird – direkt und unbürokratisch“. Mit seiner guten Laune wusste Jung andere Menschen anzustecken, ob als Wirt, Trainer oder Funktionär. Selbst als Schiedsrichter hatte Jung stets ein Lächeln auf den Lippen. Aktuell engagiert sich Jung als Fahrer für den Kindergarten. „Wie selbstverständlich übernimmt er Aufgaben“, sagte Dietzel, der weiß, dass die Kinder Jung liebevoll den Opa Willi nennen. „Das Ergebnis war eindeutig“, sagte der Stadtverordnete Benjamin Frank. „Bei diesem Vorschlag hat es gleich Klick gemacht.“

Thomas Wehr 

Der Schützenverein Wanfried ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken und lässt mit dem Schützenfest Jahr für Jahr die Herzen der heimischen Bevölkerung höherschlagen. „Gerade die Kooperation mit Stadt, Vereinen und Kindergärten ist was Besonderes“, so Franke, der die Tage bis zum Fest sehnsüchtig herunterzählt. Mit dem imposanten 450. Schützenfest im Jahr 2018 hat der Verein sein Alleinstellungsmerkmal unterstrichen. Und der Vorsitzende Thomas Wehr, der immer konstruktiver Kritik offen gegenübersteht, bedankte sich und lobte die Preisverleihung: „Ich muss gestehen, dass ich noch nie hier war, aber das war ein Fehler – jeder Wanfrieder sollte das mal erleben.“

Helden, Sammler und Über-Mütter

Heute wollen wir Menschen aus dem Verborgenen holen und mal ins Rampenlicht stellen“, sagte die Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Niklass. Wir stellen die vier Preisträger der Anerkennungsprämie sowie den Träger des Sonderpreises vor:

 Anne-Frank-Schule

 Neunte Klasse der Anne-Frank-Schule. „Es war ein besonderes soziales Engagement von jungen Menschen“, sagte der sichtlich gerührte Bürgermeister Wilhelm Gebhard, als er auf die Spendenaktion für die an Krebs erkrankte Emily-Sophie Schweinsberg (Rambach) einging. Die Schüler des Gymnasiums waren sich einig, dass sie was tun müssten, nachdem ihre Lehrerin Petra Heinemann sie mit dem Schicksal ihrer Mitschülerin konfrontierte. Durch einen Verkaufsstand auf dem Weihnachtsmarkt und dank vieler Spenden kamen für die Aktion „Wir für Emmi“ 4175 Euro zusammen, die die Maria-Katzer-Stiftung um den Vorsitzenden Claus Wehr noch mal aufstockte. Grund genug für die Jury, kurzfristig einen Sonderpreis auszuloben. 

Heike Starcke 

Zugezogen, Haus gekauft und seit der ersten Stunde an vielen Themen beteiligt. Ihr fundiertes Wissen aus dem Berufsleben nutzte Starcke prompt, um fragende Menschen bei allen Themen rund um die Rente fachkundig zu beraten. Harald Wagner aus dem Magistrat: „Lebens- und liebenswert geht nur über das Ehrenamt, der Staat ist damit überfordert.“ 

Eleonore Wehr 

„Sie ist sich nicht zu schade zu schrubben und zu pflegen“, sagte die Laudatorin Christina Dietrich. Die Pädagogin lobte das Engagement von Wehr im Wanfrieder Schwimmbad in den höchsten Tönen: „Menschen wie Sie sind unbezahlbar.“ Gebhard: „Selbst wenig haben, aber viel geben, das zeichnet dich aus.“ 

Gisela Plötz 

„Sie ist wie der Heilige Geist, sie ist so etwas wie die Über-Mutti, sie kommt von irgendwoher und hat immer wieder was Gutes dabei“, betonte Wolf-Arthur Kalden in seiner Rede, ehe er auf das Gesangs- und Organisationstalent der Gemeindevorsitzenden und Lektorin einging. Nach ihrer Rückkehr nach Wanfried motivierte Plötz Mitmenschen mit anzupacken und lebte dies vor, indem sie Unkraut und Kehricht auf den Straßen mit über 70 Jahren selbst entfernte.

 Thomas Herzog 

„In der Masse fällt er nicht auf, aber wenn er fehlt, dann fällt es auf“, sagte Gebhard, der sich freute, mit Thomas Herzog einen ehemaligen Klassenkameraden zu ehren, der seit 1986 in der Feuerwehr mit anpackt und als stellvertretender Stadtjugendfeuerwart die Richtung mit vorgibt. Aus dem Dorfbild ist Herzog nicht mehr wegzudenken, weil er dem ortsansässigen Verein bei zahlreichen Veranstaltungen zur Seite steht

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare