Preis zum siebten Mal verliehen

Bürgerschaftspreis der Stadt Wanfried: Ehrung für stille Helden

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Alle vereint: die Preisträger zusammen mit der Jury des Bürgerschaftspreises. (Sitzend, von links) Heinrich Schuchhardt (Maria-Katzer-Stiftung), Claus Wehr (Jury und Stiftung), Heidi Eisenberg, Stephanie Stück, Hartmut Vogt, Ruth Köditz, Manfred Wetzer, Udo Schein und Bürgermeister Wilhelm Gebhard (Stiftung). Die Stiftung hatte den Preis finanziert. 

Wanfried. Zum siebten Mal hat die Stadt Wanfried ihren Bürgerschaftspreis verliehen. Ausgezeichnet werden sollen die stillen Helden der Stadt, die ehrenamtlich im Hintergrund wirken.

Den ersten Platz hat in diesem Jahr Reinhard Wetzestein belegt. 

Hat den Preis für seinen kürzlich verstorbenen Vater entgegengenommen: Markus Streitenberger.

Für den emotionalsten Moment des Nachmittags sorgte Markus Streitenberger. Er nahm den Preis für seinen am 9. Januar verstorbenen Vater in Empfang. 

Die Preisträger

Reinhard Wetzestein

1. Reinhard Wetzestein: Von Reinhard Wetzesteins Wirken bekommt man wirklich nichts mit. Denn er arbeitet meist im Verborgenen. Dort sichtet und arbeitet er die Kirchenbücher der Stadt auf. Nicht nur das: Er digitalisiert die Aufzeichnungen sogar, um sie für die Nachwelt zu erhalten.

Und das nicht erst seit gestern. Seit acht Jahren hat sich Reinhard Wetzestein dieser Aufgabe verschrieben. Bis zu acht Stunden investiert er täglich in seine Arbeit. „Ein echter Vollzeit-Job“, bemerkte Laudator Hartmut Vogt in seiner Würdigung anerkennend.

Seine Arbeit revolutioniert die Familienforschung in Wanfried. Anfragen kann die Kirchengemeinde jetzt mit wenig Aufwand bearbeiten. Außerdem ist seine Arbeit Teil der Aufarbeitung der Wanfrieder Geschichte – und das bis zurück ins Jahr 1650. „Reinhard Wetzestein leistet einen großartigen Beitrag zum Erhalt Wanfrieder Kulturguts“, sagte Vogt.

Ehepaar Christa und Wolfgang Wagner

2. Christa und Wolfgang Wagner: Das Wanfrieder Ehepaar hat nach der Pensionierung erheblich in der ehrenamtlichen Arbeit nachgelegt. „Für die Kirche und die Arbeiterwohlfahrt sind sie in den vergangenen Jahren zu einer unverzichtbaren Stütze geworden“, sagte Claus Wehr in seiner Laudatio. 

Gleich dreimal wurde das Lehrer-Ehepaar, das über Jahrzehnte an der Wanfrieder Gesamtschule unterrichtete, in diesem Jahr vorgeschlagen. Wolfgang Wagner war seit 1972 für 42 Jahre Mitglied im Kirchenvorstand. Nach der Pensionierung hat er zusammen mit seiner Frau die Leitung der Arbeiterwohlfahrt in Wanfried übernommen. Gerade für die ältere Bevölkerung sind sie immens wichtig und veranstalten Kaffee- und Spielenachmittage oder Bewegungsrunden. Für ihr Engagement wurden sie bereits mit der silbernen beziehungsweise bronzenen Ehrennadel der Stadt ausgezeichnet.

Siebter Bürgerschaftspreis in Wanfried verliehen

Klaus Streitenberger

3. Klaus Streitenberger: „Als die Jury Klaus Streitenberger den dritten Platz zusprach, konnte noch niemand ahnen, dass er den Preis nicht selbst in Empfang nehmen würde“, sagte Bürgermeister Wilhelm Gebhard, der die Laudatio für die verhinderte Ute Lorenz-Roth verlas. Streitenberger verstarb am 9. Januar nach kurzer, schwerer Krankheit und wurde am Freitag in aller Stille im Kreise seiner Familie beigesetzt.

Klaus Streitenberger, als Zollbeamter nach Wanfried gekommen und hier heimisch geworden, hatte sich über 30 Jahre für Wanfried eingesetzt. Der Kultur- und Verkehrsverein ist unter seiner Leitung aufgeblüht und hat zahlreiche Prominente nach Wanfried geholt. Sein größtes Verdienst ist sicherlich der Aufbau des Grenzmuseums in Wanfried. Auf seine Idee hin sei eine eindrucksvolle Dokumentation entstanden, „die Wanfried über alle Grenzen bekannt gemacht hat“. 28 Jahre hatte Streitenberger das Museum selbst geleitet. Unter anderem wurde ihm der Landesehrenbrief verliehen.

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