„Etwas für die Region bewirken“

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard als CDU-Kandidat für Bundestag nominiert

Sieger bei der Bürgermeisterwahl 2019 in Wanfried: Wilhelm Gebhard mit seinen Söhnen Friedrich (links) und Laurenz. Archivfoto: Stück
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Sieger bei der Bürgermeisterwahl 2019 in Wanfried: Wilhelm Gebhard mit seinen Söhnen Friedrich (links) und Laurenz.

Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard hat die Chance, die Region im Bundestag in Berlin zu vertreten. Er wurde jetzt einstimmig als Kandidat für die CDU nominiert.

Wanfried – Der Wanfrieder Bürgermeister Wilhelm Gebhard könnte den Werra-Meißner-Kreis und den Kreis Hersfeld-Rotenburg in Berlin vertreten. Einstimmig nominiert für diesen Wahlkreis 169 wurde er jetzt von den jeweiligen CDU-Kreisvorständen. In der anstehenden Wahlkreisdelegiertenversammlung wird schlussendlich darüber abgestimmt, ob der 44-Jährige tatsächlich gegen Michael Roth (SPD) ins Rennen um den Posten als Abgeordneter in Berlin geht.

„Die Nominierung ist eine Ehre und stellt eine echte Chance dar, die Bürger in Berlin vertreten zu dürfen“, sagt Gebhard. Denn als Bürgermeister einer Kleinstadt im ländlichen Raum kenne er die Menschen vor Ort – viele von ihnen auch persönlich – und weiß um ihre Sorgen und Nöte. Sollte es klappen, wolle er als Bundestagsabgeordneter genauso bürgernah sein, wie er es auch als Bürgermeister ist. „Wilhelm Gebhard ist den Menschen zugewandt und genießt ihr Vertrauen. Das hat sich auch bei der Kommunalwahl am vergangenen Sonntag gezeigt, wo seine Partei in Wanfried ein herausragendes Einzelergebnis erzielt hat“, sagt der CDU-Kreisvorsitzende Stefan Schneider.

Wilhelm Gebhard seit 13 Jahren Bürgermeister für Wanfried - Höhen und Tiefen erlebt

Die Möglichkeit, sich künftig auch von Berlin aus für die Menschen der Region einsetzen zu können, hat Gebhard im Vorhinein in erster Linie mit seinen beiden Söhnen Friedrich (12) und Laurenz (10) besprochen. Ihre Meinung ist ihm als Vater am wichtigsten. „Mit meinen beiden Jungs musste ich mich erst einmal zusammensetzen. Es ist mir wichtig, dass auch sie zustimmen, falls es etwas wird“, erklärt er. Im ersten Moment seien die beiden etwas traurig gewesen, erzählt Gebhard, denn sie sind sehr stolz auf ihren Bürgermeister-Papa, wollen ihn, sobald sie dürfen, auch selbst wählen können. Letztlich hätten sie es aber verstanden.

Mehr als 13 Jahre ist Gebhard Bürgermeister in Wanfried. Als Quereinsteiger ist er nicht immer Politiker gewesen. Studiert hat er in Hannover Betriebswirtschaft. Danach arbeitete er zunächst in zwei mittelständischen Unternehmen, bevor er mit 30 Jahren für das Amt in Wanfried kandidierte – und die Wahl gegen den Amtsinhaber für sich entschied. Mit 31 Jahren war er damals einer der jüngsten Bürgermeister in Hessen.

„13 Jahre als Bürgermeister prägen.“ Besonders herausfordernd empfand er die Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2008 sowie die Jahre unter dem Schutzschirm. „Das war ein düsteres Kapitel, das wir aber gut überwunden haben“, sagt er. Als besonders positiv in Erinnerung geblieben ist ihm unter anderem das HR3-Bürgermeisterkaraoke mit dem Siegeslied „Dancing-Queen“ von Abba, ebenso wie Renaissancefeier für 400 Jahre Stadtrechte im Jahr 2008. Besonders kurios: Bei diesem Fest fand Wilhelm Gebhard heraus, dass sein direkter Vorfahre Ditterich Gebhard im Jahr 1608 ebenfalls Bürgermeister in Wanfried war. Festgehalten ist das in einem Buch zur Stadtgeschichte, das anlässlich der 400-Jahr-Feier erschienen ist.

Bürgermeister wollte Gebhard schon in der Grundschule werden, erzählt er. Den Wunsch habe er schon einer Freundin ins Poesiealbum geschrieben. „Ich bin sehr gerne Bürgermeister.“ Bei der Möglichkeit, nach Berlin zu gehen, sei er daher mit einem lachenden und einem weinenden Auge dabei. „Wenn ich die Chance bekomme, hoffe ich, dass ich in Berlin für die Menschen hier vor Ort etwas bewirken kann.“ (Von Jessica Sippel)

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