Christdemokraten werden im Parlament gegen Kauf stimmen

CDU: Wanfried bürgt nicht für EAM-Anteile

Eschwege. Die Stadtverordnetenversammlung von Wanfried wird dem Ankauf von EAM-Anteilen am kommenden Montag voraussichtlich eine Absage erteilen. Nicht geschlossen, doch die Mehrheitsfraktion der CDU hat angekündigt, sich gegen den Kauf zu entscheiden. Das bestätigte Fraktionssprecher Hartmut Vogt (CDU) gegenüber unserer Zeitung.

Die nordhessischen Landkreise wollen ihre gerade zurückgekauften EAM-Anteile von knapp einer Milliarde Euro mit 49,9 Prozent auf die Städte und Gemeinden weiter verteilen. Dafür müssen die Kommunen Bankbürgschaften hinterlegen. Ein Großteil der Kommunen im Werra-Meißner-Kreis hat dem Rückkauf und den Bürgschaften bereits zugestimmt. Zuletzt plädierten die Parlamente von Sontra, Waldkappel, Meißner und Neu-Eichenberg dafür, die Bürgschaft bereitzustellen. Im Falle Wanfrieds geht es ausschließlich um das Gasnetz mit einem Bürgschaftbetrag von fast 400 000 Euro. Eine Rendite wird den Kommunen für das Jahr 2041 in Aussicht gestellt.

Nach Auffassung der Wanfrieder CDU-Fraktion werden bei allen vorliegenden Informationen nur Gewinne in mehr als 25 Jahren in Aussicht gestellt, ohne auf die durchaus bestehenden Risiken hinzuweisen. „Die Energienetze in Deutschland haben allein in den nächsten zehn Jahren einen Investitionsbedarf von 40 Milliarden Euro“, sagt Vogt. Niemand könne heute voraussagen, wie die Energieversorgung in weiteren 25 Jahren aussehe.

Die SPD im Wanfrieder Stadtparlament hat sich noch nicht positioniert. „Wir haben uns noch keine abschließende Meinung gebildet“, sagt Joachim Hoffmann, stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Bislang habe man darauf vertraut, dass Wirtschaftsprüfer die Geldanlage getestet und für gut befunden hätten. Man wolle der nächsten Generation eine Ausschüttung zukommen lassen.

Von Tobias Stück

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare