Bewirtung immer am Sonntag

Länderübergreifende Zusammenarbeit: Ehrenamtliche erhalten den Heldrastein

Ludwig Weller und Andreas Müller stehen auf dem Heldrastein.
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Halten den Heldrastein in Schuss: Ludwig Weller (links) und Andreas Müller kümmern sich mit ihrem Verein um den Erhalt des Heldrasteins und bieten hier sonntags Besuchern Bewirtung an.

Sie schleppen Getränkekisten, zaubern ohne Strom- und Wasserzugang frischen Kaffee, halten alles sauber und instand.

Die Ehrenamtlichen des Vereins Interessengemeinschaft-Heldrastein haben immer etwas zu tun. Bei rund einem Hektar Fläche, den der Verein pflegt, ist das auch nicht weiter verwunderlich. Doch all die Arbeit lohnt sich für den ersten Vorsitzenden Ludwig Weller schon allein durch die Menschen, die er hier oben trifft.

„Wer hier hochkommt, hat eigentlich immer gute Laune. Der Großteil der Leute hat einen der beiden recht steilen Wege hinter sich und genießt nun die herrliche Aussicht.“ Dabei haben sich schon viele gute Gespräche entwickelt, für die Weller gerne auf einen freien Sonntag verzichtet.

Zwischen Mai und Oktober bewirtet die IG Heldrastein immer sonntags die Florian-Henning-Hütte auf dem Heldrastein. „Wir haben Kuchen und Kaffee sowie kühle Getränke da.“ Leider kein Eis, wie Andreas Müller betont. Der zweite Vorsitzende bedauert es immer sehr, wenn er Kindern diesen Wunsch verneinen muss.

Aber Strom gab es noch nie auf dem Heldrastein, und auch wenn sich der Verein eine Lösung wünschen würde, wäre diese für ihn allein nur schwer finanziell zu stemmen.

Noch vor ein paar Jahren geriet der geschichtsträchtige Ort, der Wanderern traumhafte Ausblicke über das Werratal bietet und auch deswegen „König des Werratals“ genannt wird, fast schon ein wenig in Vergessenheit.

„Doch dann kam 2020“, wie Ludwig Weller berichtet, „seit 2015 nahm die Besucherzahl stetig ab, bis wir hier manchmal alleine saßen. Jetzt haben wir sonntags richtig gut zu tun.“ Für den Heldrastein, scherzt er, sei Corona schon beinahe ein Glücksfall.

Seit sie an Pfingsten wieder öffnen konnten, kommen auch wieder mehr Familien und auch Radtouristen her. „Es gibt einen Weg vom Gut Schrapfendorf zum Heldrastein, der sich auch gut mit Kindern oder per E-Bike schaffen lässt.“

Richtig ausgeschildert ist er noch nicht, wie Andreas Müller zu seinem Bedauern gestehen muss. Denn auch wenn der Verein mit rund 350 Mitgliedern gut aufgestellt sei, hat die Mehrheit davon die 75 schon überschritten und Müller selber sei mit seinen 60 Jahren fast schon einer der Jüngsten. „Uns fehlen junge Leute, die tatkräftig mit anpacken können“, bestätigt Weller.

Der Aussichtsturm auf dem Heldrastein wurde von dem Verein errichtet.

Seit 2017 stellen die beiden den Vorstand, in der dem Verein üblichen Art: einer kommt aus dem Osten, einer aus dem Westen. Denn der bundesländerübergreifende Verein steht für das Zusammenrücken und nachbarschaftliche Leben. So hat er sich kurz nach der Wende gegründet – viele Hinweisschilder bringen den Besuchern nun vor Ort die jüngste innerdeutsche Geschichte näher. Wanderer erreichen den Heldrastein auch über den Premiumweg „Heldrastein P6“.

Bewirtung auf dem Heldrastein gibt es mmer sonntags von 11 Uhr bis 16 Uhr.

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