Nistmöglichkeit am Wanfrieder Hafen

Der Storch im gemachten Nest: In Wanfried wurde ein Horst errichtet

Alle ziehen an einem Strang: Karl-Heinz Voß (von links), Wolfram Brauneis, Rolf Semmelrodt, Ernst-Wilhelm Kalden, Patrick Siebert, Wilhelm Gebhard und Petra Dreyer. Auf der Arbeitsbühne: Marcel Degenhardt und Hubertus Schuchhardt. 
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Alle ziehen an einem Strang: Karl-Heinz Voß (NABU, von links), Wolfram Brauneis (Kreisbeauftragter für Vogelschutz), Rolf Semmelrodt (Naturfotograf), Ernst-Wilhelm Kalden (Initiator für Storchennest und Inhaber der Schlagd), Patrick Siebert (Firma Hopp und Hoch), Bürgermeister Wilhelm Gebhard und Petra Dreyer (Pächterin der Schlagd). Auf der Arbeitsbühne zu sehen: Marcel Degenhardt und Hubertus Schuchhardt von der Zimmerei Degenhardt in Wedenhausen.

In Wanfried können Störche nun ein Zuhause finden und sich wortwörtlich ins gemachte Nest setzen.

Wanfried - Denn auf dem Dach der Hafengaststätte Zur Schlagd haben viele ehrenamtliche Helfer gestern ein Nest für den Weißstorch errichtet – einen Storchenhorst.

Den ausschlaggebenden Anstoß für die Aktion gab der Tierarzt Ernst-Wilhelm Kalden aus Wanfried, der auch der Eigentümer des Restaurantgebäudes ist. „Ich habe schon die Brut in Schwebda betreut. Wir hoffen, dass sich nun auch in Wanfried Störche ansiedeln“, sagte er. Das findet auch Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Störche wurden in Wanfried mehrfach gesichtet

Immer wieder sei er von Bürgern darauf aufmerksam gemacht worden, dass sich ein Nest lohnen könnte. Denn Störche habe man in Wanfried mehrfach gesehen. „Vielleicht wird damit auch ein Babyboom ausgelöst“, meinte der Bürgermeister mit einem Schmunzeln.

Doch bevor der Storchenhorst auf dem Dach angebracht werden konnte, musste er gewickelt werden. Dafür erhielt Kalden Unterstützung von Wolfram Brauneis, Kreisbeauftragter für Vogelschutz, und weiteren Naturschützern: Karl-Heinz Voß vom Naturschutzbund und dem Naturfotografen Rolf Semmelrodt.

RP Kassel stellte Nistunterlage zur Verfügung

Die Nistunterlage, bestehend aus einer Stahlplatte, wurde vom Regierungspräsidium Kassel zur Verfügung gestellt. Mit Weidenholz haben die Naturschützer dann ein Nest geflochten, auf der Platte befestigt und mit einem Grasboden ausgelegt – mit der Erdseite nach oben, erklären Semmelrodt und Voß.

Mit viel Aufwand wurde das Nest schließlich auf das Dach des Hafenrestaurants gehoben. Dabei hat sich besonders das Team um Marcel Degenhardt von der Zimmerei „Holz und Ideen“ in Wendehausen und Patrick Siebert von der Firma „Hopp und Hoch“ mit eingebracht, die Bürgermeister Gebhard mit ins Boot geholt hat.

Patrick Siebert hat eine Arbeitsbühne bereitgestellt, ein Kran von der Zimmerei Degenhardt war im Einsatz. Die Firmen haben ihre Fahrzeuge und ihre Arbeitskraft kostenlos zur Verfügung gestellt.

Schlagd-Pächterin freut sich über Attraktion

„Das ist nicht selbstverständlich und wir sind sehr dankbar“, sagt Kalden. Auch Schlagd-Pächterin Petra Dreyer freut sich über die neue Attraktion auf dem Dach ihrer Gaststätte. „Das ist auch schön für die Gäste“, sagt sie. Die Lage am Wanfrieder Hafen sei für die Tiere jedenfalls optimal, erklärt Kalden: „Sie brauchen gute An- und Abflugmöglichkeiten sowie Futterquellen in der Nähe.“

800 Storchenpaare leben laut Brauneis in Hessen, manchmal dauert es aber Jahre, bis sie ein Nest annehmen. Der Horst in Schwebda etwa sei 2001 errichtet worden und erst in diesem Jahr haben sich dort Störche angesiedelt. Wenn die Vögel erst einmal einen Platz gefunden haben, bleiben sie ihrem neuen Zuhause aber treu. „Wir müssen nun Geduld haben“, sagt Brauneis. Den Rest müssen die Störche tun. (Jessica Sippel)

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