Dienstag kommen die ersten Flüchtlinge nach Wanfried

+
Keudellsche Schloss Wanfried

Wanfried. Die Stadt Wanfried bekommt als letzte Kommune im Werra-Meißner-Kreis ebenfalls Asylbewerber zugeteilt. Das bestätigte Kreissprecher Jörg Klinge jetzt auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Entscheidung, im ehemaligen Keudell'schen Schloss ab Dienstag zwölf Flüchtlinge unterzubringen, wurde kurzfristig getroffen und jetzt mit Hochdruck umgesetzt. Bis Sonntag soll alles fertig sein.

Das Team vom Bauhof wurde am Mittwochmorgen informiert. Zwei Stunden später hatte die Mannschaft schon fast die gesamte Wohnung ausgeräumt. Die Männer des Wanfrieder Allrounders WHS waren ebenso schnell zur Stelle und hatten kurz nach der Benachrichtigung schon die erste Raufasertapete an die Wand geklebt.

Zur Stelle, wenn’s zählt: Dieter Löffler war am Mittwochmorgen mit vier Kollegen des Wanfrieder Bauhofs vor Ort, um die Wohnung auszuräumen. Gleichzeitig rückten die ersten Handwerker an. Foto: Stück

Welche Menschen werden kommen? 

Das ist noch nicht klar. Die Kreisverwaltung weiß erst am Dienstag, welche Personen im Bus sitzen. Dann wird entschieden, wer in die Gemeinschaftsunterkunft nach Wanfried einzieht. „Aus ethnischen oder religiösen Gründen kann es auch dazu kommen, dass innerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte im Kreis getauscht wird“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge.

Warum hat es so lange gedauert, bis auch Wanfried Asylbewerber aufgenommen hat? 

Bislang gab es keine geeigneten Immobilien, um eine Gemeinschaftsunterkunft einzurichten. „Wir haben aber sehr eng mit der Stadtverwaltung zusammengearbeitet, um etwas passendes zu finden“, sagt Klinge. Der Flüchtlingsstrom sei ein Problem, das den gesamten Kreis betreffe. Deshalb sei man sehr froh, dass jetzt in jeder Kommune Asylbewerber untergebracht seien. „Wir freuen uns, jetzt unseren Beitrag in der Solidargemeinschaft der Kommunen im Kreis leisten zu können“, sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard.

Wie kommt es, dass das Keudell’sche Schloss jetzt doch zur Verfügung steht? 

Der Kreis hatte das Keudell’sche Schloss bislang als nicht geeignet empfunden, weil in der Wohnung ein Investitionsstau von rund 20 000 Euro bestanden habe. Geld, das die unter dem Schutzschirm stehende Kommune nicht habe, wie Gebhard erklärte. Die Kosten für die Sanierung übernimmt nach seinen Angaben jetzt der Werra-Meißner-Kreis. Sie werden später mit der Miete verrechnet.  

Wohnung im Keudell'schen Schloss wird für erste Flüchtlinge hergerichtet

Warum wurde die Entscheidung so kurzfristig getroffen? 

„Für uns ist es nicht mehr ungewöhnlich, solche Projekte mit ,heißer Nadel’ umzusetzen“, sagt Klinge. Neben den Zuweisungen in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Helgoländer Straße kommen Woche für Woche 40 bis 50 Menschen im Kreis an, die in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht werden müssen. „Dafür suchen wir immer nach Wohnungen“, sagt Klinge.

Gibt es jetzt eine Bürgerinformationsveranstaltung? 

Das liegt in den Händen der Stadt. Sie will schauen, wann wer kommt und dann informieren. Bei der Wanfrieder Verwaltung haben sich bereits Freiwillige gemeldet, die ehrenamtlich mit Flüchtlingen arbeiten wollen. Weitere Mitstreiter seien herzlich willkommen, sagt Gebhard.

Flüchtlinge kommen im Keudell'schen Schloss in Wanfried unter

Zum Video

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare