Drei Kommunen wollen mit rechtlichen Schritten gegen Urwaldpläne vorgehen

Durch den Kalk-Buchenwald bei Wanfried führt auch der Premiumwanderweg 5 Plesse. Viele Menschen nutzen das Plesse-Konstein-Gelände als Naherholungsgebiet. Foto: privat/nh

Ringgau/Weißenborn/Wanfried – Die Gemeinden Wanfried, Weißenborn und Ringgau prüfen rechtliche Schritte gegen das Land Hessen wegen der Stilllegung von Waldflächen rund um die drei Gemeinden.

Die drei Bürgermeister Wilhelm Gebhard, Thomas Mäurer und Klaus Fissmann kritisieren dabei insbesondere die Informationspolitik des Umweltministeriums. „Mitte Februar wurden wir erstmals offiziell informiert, Ende Februar sollten wir alle Einwendungen eingereicht haben“ sagt Gebhard.

Im Raum steht, dass im Zuständigkeitsbereich des Forstamtes Wehretal rund 1100 Hektar Wald nicht weiter bewirtschaftet werden sollen. 880 Hektar entfallen nach Informationen unserer Zeitung dabei auf den Staatswald rund um Wanfried, rund 230 Hektar auf das Gebiet an der Graburg zwischen Ringgau und Weißenborn. Eine offizielle Bestätigung gibt es vonseiten des Umweltministeriums nicht. Die endgültigen Flächen stünden noch nicht fest, sagt Julia Stoye, Sprecherin des Ministeriums auf Anfrage. Die endgültige Veröffentlichung der Naturwaldflächen wird voraussichtlich noch in der ersten Jahreshälfte erfolgen.

Begrüßt wird die Planung zum Grünen Band bei Wanfried vom Bündnis der hessischen Naturschutzverbände. Jörg Nitsch, Vorsitzender des BUND Hessen wird in einer Stellungnahme vom 14. Februar so zitiert: „Wenn künftig die forstliche Bewirtschaftung in diesem Schutzgebiet bei Wanfried eingestellt wird, werden sich die ökologischen Bedingungen deutlich verbessern.“

„Die Naturschutzverbände wurden von Anfang an in die Pläne eingebunden, haben Vorschläge für die Flächen erarbeitet, und die betroffenen Kommunen wussten von nichts“, ärgern sich die Bürgermeister. Sie fordern von Ministerium und Hessen- Forst einen „transparenten Dialog“, bevor Entscheidungen veröffentlicht werden. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare