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Feuerwerk in Altenburschla - Lehrgang für Pyrotechniker

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Von: Theresa Lippe

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Pyrotechniker aus ganz Deutschland hatten sich am vorigen Wochenende in Altenburschla zu einem Workshop getroffen. Es hat ordentlich geknallt und geraucht.
Pyrotechniker aus ganz Deutschland hatten sich am vorigen Wochenende in Altenburschla zu einem Workshop getroffen. Es hat ordentlich geknallt und geraucht. © Constantin Röhner/nh

Am vorigen Wochenende knallte und rauchte es in Altenburschla. Das sorgte für Verwirrung, aber auch Begeisterung. Pyrotechniker aus ganz Deutschland hielten dort einen Workshop ab.

Altenburschla – Laute Knallgeräusche hatten am späten Samstagabend einige Anwohner in Altenburschla in Aufregung versetzt (wir berichteten). Wie sich rausstellte, fand in dem Wanfrieder Stadtteil ein Workshop für Pyrotechniker statt. Dass Ende Mai Feuerwerk in Altenburschla gezündet wurde, sorgte nicht bei allen für Begeisterung. Wir haben mit einem der Organisatoren und dem Bürgermeister gesprochen.

Aus ganz Deutschland seien die 30 Teilnehmer angereist, um an dem Lehrgang teilzunehmen. Das berichtet Maximilian von Oettingen. Er ist einer der drei Organisatoren und stammt aus Altenburschla, wo der Workshop bereits zum zweiten Mal stattfand. „Hier haben wir genug Freifläche mit ausreichend Distanz zu Bäumen, außerdem ist Wasser in der Nähe – optimalen Bedingungen, um sicher Feuerwerk zu zünden“, erklärt der Pyrotechniker.

Altenburschla: Pyro-Lehrgang sorgte für Aufregung

Auf einer Wiese zwischen Kiesteich und Werra hatten die Männer ihre Zelte aufgeschlagen und den sogenannten Abbrennplatz eingerichtet. Für die angehenden und teils fertig ausgebildeten Pyrotechniker gab es verschiedene Schulungen, so wurde unter anderem über Neuerungen im Sprengstoffgesetz informiert, Höhentests durchgeführt und über Treibladung und Planung von musiksynchronen Feuerwerken gesprochen. „Es ist sehr wichtig, dass man als Pyrotechniker immer auf dem neusten Stand der Dinge ist“, sagt er.

Der Organisator hatte den Workshop und den damit entstehenden Lärm einige Tage vorab in der Facebook-Gruppe von Altenburschla angekündigt: Freitagabend fand wie angesagt ein Testschießen statt, für das zuvor verschiedene Parameter des Zündens praktisch erarbeitet wurden. Samstag lud er Interessierte zum finalen Pyromusical ein. Doch nicht alle Kommentare in dem sozialen Netzwerk dazu fielen positiv aus.

Feuerwerk: Workshop für Pyrotechniker in Wanfried

So findet Valentin B. beispielsweise, dass es unangemessen gewesen sei, in Kriegszeiten ein „Pyro-Festival“ zu veranstalten. Seine Kinder hätten Angst vor Krieg gehabt. Constanze H. verweist auf wackelnde Fenster und Heike S. schlägt eine Wüste als besseren Veranstaltungsort vor. Mark Meyer (mit von Oettingen und Ronald Weigel bildet er das Organisatoins-Team) erklärt auf Facebook, dass es sich um einen Lehrgang und kein Festival gehandelt habe, kommentierte aber auch teils zynisch, dass Tipps von Laien „Weltklasse“ seien und eine Investition in bessere Fenster eine Option wären. Er appelliert aber auch an die Toleranz der Anwohner.

 „Vor Ort hatten sich auch etwa 450 Zuschauer eingefunden, die das musiksynchrone Feuerwerk bewundert haben.“

 Maximilian von Oettingen Pyrotechniker

Im Gegensatz dazu gibt es aber auch zahlreiche positive Stimmen. „Vor Ort hatten sich auch etwa 450 Zuschauer eingefunden, die das musiksynchrone Feuerwerk bewundert haben“, berichtet von Oettingen.

Lehrgang für Pyro-Techniker sorgte für Diskussion auf Facebook

Bürgermeister Wilhelm Gebhard erklärt, dass von Oetting als professioneller Pyrotechniker einen Berechtigungsschein habe: „Mit diesem Schein muss er sein Feuerwerk nicht bei der Stadt anmelden und genehmigen lassen.“ Eine sogenannte Anzeige mit einem Hinweis reiche aus. „Privatfeuerwerk, das nicht von professionellen Pyrotechnikern durchgeführt wird – beispielsweise bei Feiern – ist in Wanfried wegen der Lärmbelästigung seit einiger Zeit verboten“, so Gebhard. Er setzt ebenfalls auf die Toleranz der Anwohner, schließlich seien Motorräder, Volksfeste und den ganzen Tag bellende Hunde auch laut.

Bei ausreichender Nachfrage können sich die Organisatoren vorstellen, den Pyro-Lehrgang jährlich in Altenburschla anzubieten. (Theresa Lippe)

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