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Wanfried: Kind von Fremdem aus Auto angesprochen - Die Polizei gibt Tipps

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Von: Theresa Lippe

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In Wanfried wurde ein Schulkind von einem Fremden aus dem Auto heraus angesprochen. Die Polizei gibt Tipps. symbo
In Wanfried wurde ein Schulkind von einem Fremden aus dem Auto heraus angesprochen. Die Polizei gibt Tipps. symbo © julian statenschule/DPA

Vorfall in Wanfried: Was tun, wenn ein Kind angesprochen wird? Der Jugendkoordinator der Polizei Eschwege gibt Tipps.

Wanfried – Es ist der Horror jedes Elternteils: Das Kind wird auf dem Schulweg von einem Fremden angesprochen und aufgefordert, in ein Auto einzusteigen. So geschehen ist das vorige Woche Donnerstag in Wanfried, als das Kind gegen 13.30 Uhr auf dem Heimweg im Innenstadtbereich unterwegs war. Glücklicherweise reagierte das Kind genau richtig und kam mit einem Schrecken davon, bestätigt der Jugendkoordinator der Polizei, Alexander Först, auf Anfrage.

„Die Wahrscheinlichkeit, dass die erwachsene Person in solchen Fällen der Familie tatsächlich komplett fremd ist, ist eher unwahrscheinlich“, weiß der Polizist. Häufig stelle sich im Nachgang heraus, dass ein Großteil der Erwachsenen aus dem Nahbereich des Kindes stamme. Trotzdem sei eine solche Situation keinesfalls zu unterschätzen und die Eltern seien dazu angehalten, mit ihren Kindern entsprechende Regeln festzulegen, sagt Först.

Alexander Först Polizei Werra-Meißner
Alexander Först Polizei Werra-Meißner © Sippel, Jessica

„Sind Kinder allein unterwegs, sollten sie nicht ohne elterliche Absprache mit anderen Erwachsenen mitgehen“, mahnt Först – auch nicht, wenn es der nette Nachbar von nebenan ist, den das Kind kennt.

Fremde sind „Sie“, nicht „Du“

Sollte es zu einer ernsten Situation kommen, sollten Kinder von ihren Eltern lernen, wie und wo sie sich Hilfe holen können. Wie hält man Ausschau nach eventuellen Auswegen, in welchem Geschäft brennt noch Licht und so weiter.

Folgende Tipps gibt der Polizist Alexander Först für Kinder, Eltern, Großeltern, aber auch Umstehende, die eine solche Situation wie in Wanfried beobachten:


Nicht auf Ansprache von Fremden reagieren.

Laut rufen, auf sich aufmerksam machen und weglaufen.

Abstand zu der fremden Person halten/schaffen und laut und deutlich „Nein“ sagen.

Fremde Personen immer mit „Sie“ und nicht „Du“ ansprechen. Das vermittle laut Polizei auch den Umstehenden, dass ein Kind den Erwachsenen nicht kennt.

Festlegen, wer als fremd gilt und wer zum engsten Kreis gehört.

Bei Angst in umliegenden Geschäften Hilfe suchen.

Wenn möglich, den Schulweg in einer Gruppe zurücklegen, wenn keine erwachsene Vertrauensperson dabei ist. (tli)

Der Jugendkoordinator gibt den Hinweis: „Um vermeintliche Vertrautheit vorzuspielen, sprechen Täter die Kinder mit Namen an, den sie eventuell am Rucksack oder Turnbeutel lesen können.“ Er betont mehrfach, wie wichtig es sei, dass Eltern mit ihren Kindern einen ganz klar definierten, engen Kreis an Menschen festlegen, zu denen sie beispielsweise ins Auto steigen oder mitgehen dürfen. „Die Kinder müssen konkret wissen, wer sie von der Schule abholen darf. Nur mit diesen Personen sollten sie dann auch mitgehen.“

Vorfall in Wanfried: Was tun, wenn ein Kind angesprochen wird?

Först: „Erwachsene, die den Weg oder die Uhrzeit wissen wollen, können dafür andere Erwachsene ansprechen. Kinder müssen wissen, dass sie auf eine solche Ansprache von Fremden nicht reagieren sollten.“ Auch betont er klar, dass Fremde immer „Sie“ und nicht „Du“ sind: „Spricht ein Kind alleine mit einem Fremden und siezt diesen, schafft das direkt eine Distanz und signalisiert auch Umstehenden eine Fremdheit zwischen den beiden.“ Das sei maßgeblich wichtig, denn so werden umstehende Erwachsene eher aufmerksam auf eine kritische Situation. Der Jugendkoordinator der Polizei weist aber auch darauf hin, dass es wichtig sei, den Kindern die Angst zu nehmen. In der Grundschule Wanfried wurden die Schülerinnen und Schüler nun durch die Lehrkräfte entsprechend sensibilisiert, weitere Auskunft möchte die Schulleitung zu dem Vorfall nicht geben.

Die Polizei Eschwege hat die Fahndung eingeleitet und ermittelt nun.

Von Theresa Lippe

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