Nur keine Angst machen

Fünf Tipps vom Profi: So verkörpert man einen guten Weihnachtsmann

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Bei den Kindern beliebt: Gerhard Ritzau verkörpert seit 51 Jahren den Nikolaus in Völkershausen. Zu erkennen ist er schwer - nur manchmal erinnern sich die Kinder an sein Lachen. 

Gerhard Ritzau aus Völkershausen verkörpert seit 51 Jahren den Nikolaus im Ort. Er verrät fünf Tipps für eine gelungene Vorstellung.

Völkershausen. An Heiligabend werden sie wieder gefragt sein: Onkel, Opas, Freunde mit dickem Bauch, die für Tausende kleiner Kinder den Weihnachtsmann spielen. Doch der Job ist nicht einfach und bedarf einer guten Vorbereitung. Hier fünf Tipps vom Profi:

1. Kinder mit Namen ansprechen 

Besonders beeindruckt sind die Kinder, wenn der „fremde“ Nikolaus sie spontan mit Namen anspricht. Oft ist das Gerhard Ritzau im vergangenen halben Jahrhundert gelungen, weil er in Völkershausen von Haus zu Haus gezogen ist und so die Kinder kannte. Jetzt ist es schwieriger, weil sich alle am Nikolaustag vor dem Dorfgemeinschaftshaus treffen. In diesem Jahr waren es 30 Kinder.

2. Rute weglegen

„Die macht den Kindern oft Angst“, sagt Ritzau. Deswegen legt er sie als Erstes demonstrativ beiseite. Auch ohne dieses Druckmittel haben die Kinder Respekt vor ihm – selbst die Größeren.

3. Nicht die moralische Keule schwingen. 

„Weihnachten ist das Fest der Freude“, sagt Ritzau. Für ihn ist da keine Zeit, Druck auszuüben. „Ich bin ein lieber Weihnachtsmann und sehe auch nur liebe Kinder, die fleißig in der Schule und lieb zu ihren Eltern sind.“

4. Gute Laune verbreiten

Ritzau ist um eine gute Stimmung bemüht. Er liest den Kindern eine Geschichte – oft selbst geschrieben – vor, bevor er Geschenke verteilt. Da seien die Kinder ganz aufmerksam. Außerdem tragen die Kinder Gedichte vor, mittlerweile würden sie auch vermehrt singen. Die Stimmung ist ausgelassen. Das kann auch zum Verhängnis werden. „Ein Kind hat mich an meiner Lache erkannt.“

5. Durchhaltevermögen

Wenn man einmal die Stimme verstellt hat, muss man das die gesamte Zeit durchhalten. Dann wird man ein erfolgreicher Weihnachtsmann. Wenn man es gut macht, muss man sich aber darauf einstellen, wieder ran zu müssen. Im Fall von Gerhard Ritzau auch mal 51 Jahre. „Den Leuten scheint es gefallen zu haben und jetzt haben sie sich an mich gewöhnt.“

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