Suche am Dienstagabend vorerst unterbrochen

Fünfjähriger in Wanfried vermisst: Wo ist der kleine Aref?

Wanfried. Der fünfjährige Aref aus Afghanistan wird seit Montagabend in Wanfried vermisst. Gegen 18 Uhr verschwand der Junge, zuletzt wurde er im Bereich des  Hafens gesehen. Die Polizei ruft zudem drei Personen, die sich im Bereich der Wassertretstelle aufgehalten haben sollen, auf, sich zu melden. Außerdem veröffentlichte sie ein Foto des Jungen. Am Dienstagabend wurde die Suche zunächst unterbrochen.

Gegen 18 Uhr hatte sich die Mutter des Jungen mit weiteren Kindern am Spielplatz neben der Wassertretstelle am Werra-Ufer aufgehalten. Als sie sich auf den Heimweg in die Flüchtlingsunterkunft im Keudell’schen Schloss machen wollte, bemerkte sie das Fehlen des Fünfjährigen. Zunächst nahm sie an, dass das Kind sich bereits selbstständig auf den Heimweg gemacht hatte. Als sich das als falsch herausstellte, kontaktierte sie Pfarrerin Rosemarie Kremmer, die die Polizei informierte. Seit 20.40 Uhr galt Aref offiziell als vermisst.

Aktualisiert um 20.45 Uhr

Bis drei Uhr in der Nacht suchten Hilfskräfte und viele Freiwillige mit Booten und einer Suchhundestaffel erfolglos nach dem Vermissten. Die wegen des schlechten Wetters dann abgebrochene Suche ging bei Tagesanbruch weiter. Am Vormittag startete die aus Kassel alarmierte Wasserschutzpolizei ihre Suche und ließ am Eschweger Werdchen ein Boot zu Wasser. Gleichzeitig kreiste ein Hubschrauber über der Kreisstadt. Am Nachmittag traf mit 30 Auszubildenden der Bereitschaftspolizei aus Kassel weitere Verstärkung ein.

Mit diesem Foto sucht die Polizei nach dem vermissten Fünfjährigen aus Wanfried.

Einer der Suchhunde habe eine Spur in Richtung Innenstadt verfolgt, berichtet Bürgermeister Wilhelm Gebhard, der selbst bis tief in die Nacht an der Suche beteiligt war. Im Stadtzentrum habe sich die Fährte dann verloren. Rund um den Wanfrieder Hafen hatten sich die Rettungskräfte in der Nacht eingerichtet. Aus Großzelten heraus koordinierten sie den Einsatz.

Hinweise auf eine Straftat gab es laut Polizei nicht. Sie geht von einem Unglück aus. Der Spielplatz, auf dem der Junge sich zuletzt aufhielt, liegt unmittelbar an der Werra, die wegen der Regenfälle der vergangenen Tage deutlich mehr Wasser führt als sonst. Alle Wehre entlang des Flusses seien informiert, hieß es bei der Polizei am Dienstagmorgen.

Am Dienstagabend unterbrachen die Rettungskräfte die Suche bei einsetzender Dämmerung. Sollten Witterung und Strömung der Werra es zulassen, suche Morgen Taucher den Fluss ab, so Polizeisprecher Jörg Künstler.

Zeugenaufruf

Die Polizei sucht derweil auch nach zwei männlichen Radfahrern, die sich am Montag zwischen 17 und 19 Uhr im Bereich des Spielplatzes an der Schlagd aufgehalten haben sollen. Weiterhin wird der Fahrer eines größeren, dunklen Fahrzeuges gesucht, der sich zur gleichen Zeit ebenfalls im diesem Bereich aufgehalten haben soll. Der Fahrer des Pkw soll der Mutter des vermissten Kindes noch zugewunken haben, bevor er in Richtung Völkershausen wegfuhr. Sowohl die beiden Radfahrer als auch der Autofahrer kommen als mögliche Zeugen in Betracht. Sie werden daher gebeten, sich bei der Polizei Eschwege unter der 05651/9250 zu melden.

Das Medieninteresse am Ort des Verschwindens war am Morgen groß. Kamerateams mehrerer Fernsehsender und Radioreporter waren vor Ort, befragten Polizei und Bürgermeister ebenso wie Anwohner.

Die Suche am Dienstag

Suche nach vermisstem 5-Jährigen in Wanfried und Eschwege

Die Suche in der Nacht

Wanfried: Suche nach vermisstem Jungen

Beschreibung des Jungen: 

Etwa ein Meter groß, schwarze lockige Haare, dunkle Hautfarbe, bekleidet mit einem grünen Oberteil und dunkler Hose.

Hinweise an die Polizei Kassel, Tel. 0561/9100.

Rubriklistenbild: © Polizei Werra-Meißner

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