Gärtnerei Montag plant, landwirtschaftliche Solidargemeinschaft zu gründen

Gemüse für alle Mitglieder

Sie haben die Idee: Kerstin Dehning-Perc und ihr Mann Harald Perc aus Altenburschla haben den Plan von der solidarischen Landwirtschaft schon lange im Kopf. Diese Gemeinschaften gibt es bislang erst 65-mal in Deutschland. Foto: Stück

Altenburschla. Die Gärtnermeisterin Kerstin Dehning-Perc und ihr Mann Harald Perc aus Altenburschla wollen die solidarische Landwirtschaft in der Region einführen. Eine Gemeinschaft entscheidet, was auf den Feldern der Gärtnerei Montag angebaut werden soll. Die Ernte wird dann an alle Teilnehmer verteilt. Wir erklären, wie es genau funktioniert. DAS PRINZIP

In der solidarischen Landwirtschaft tragen mehrere Privat-Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs, wofür sie im Gegenzug dessen Ernteertrag erhalten. Bei diesem Konzept werden die Lebensmittel der Landwirtschaft nicht mehr über den Markt vertrieben, sondern fließen ein in einen eigenen, von Teilnehmerseite mit organisierten und finanzierten, durchschaubaren Wirtschaftskreislauf.

DIE TEILNEHMER

Rund 30 Interessenten haben schon ihre Mitwirkung signalisiert. Das Ehepaar Perc sucht jetzt nach weiteren Mitstreitern. Dazu dient auch der heutige Infoabend (siehe Kasten). Die 3,5 Hektar Felder und die Gewächshäuser der Gärtnerei Montag lassen maximal 200 Teilnehmer zu. Die Mitgliedschaft in der Solidargemeinschaft wird vertraglich auf ein Jahr verabredet. Für dieses Jahr besprechen alle gemeinschaftlich, welches Gemüse angebaut wird. Dieser Termin wird am 16. November sein.

DAS ANGEBOT

Blumenkohl, Gurken, Kohlrabi, Spitzkohl, Kopfsalat, Lollo Rosso, Eichblatt, Lauch, Möhren, Paprika, Pastinake, Radieschen, Staudensellerie, Tomaten, Wurzelpetersilie, Zucchini, Zwiebeln sowie Äpfel, Avocado, Birnen, Ingwer, Orangen, Rhabarber, Zitronen und 18 verschiedene Kräuter werden angebaut. Je nach Witterungsverhältnissen wird die Ernte ausfallen.

DIE AUSSCHÜTTUNG

Einmal pro Woche werden die Teilnehmer an diesem Projekt mit frischem Obst und Gemüse beliefert. Die Ware kann man sich in der Gärtnerei in Altenburschla, auf den Marktständen in Eschwege (Mittwoch und Samstag) oder Witzenhausen (Freitag) abholen. Langfristig sollen aber Verteilerstationen aufgebaut werden, damit Obst und Gemüse möglichst kurze Wege zum Verbraucher haben. Mit dem ersten frischen Ertrag kann man im Frühjahr rechnen.

DIE VERBREITUNG

Bislang ist das Prinzip der solidarischen Landwirtschaft noch nicht weit verbreitet. 65 Betriebe in Deutschland machen mit. Die nächsten Solidargemeinschaften gibt es in Witzenhausen und im Raum Kassel. Einzugsgebiet soll hier das Werratal sein.

DIE GÄRTNEREI

Kerstin Dehning-Perc und ihr Mann Harald Perc stammen aus dem Raum Stuttgart und betreiben die Gärtnerei Montag seit Anfang 2013. Sie haben den alteingesessenen Betrieb von Helmut Montag übernommen. In diesem Jahr wurde die Zertifizierung als Bioland-Betrieb anerkannt. (ts)

INFOVERANSTALTUNG
Mittwoch, 22. Oktober, um 19 Uhr im evangelischen Gemeindehaus von Wanfried. 

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