Ahoi zum Kanu-Urlaub auf der Werra

Geo-Naturpark will mehr Wasserwanderer anlocken – Start in Wanfried

Sommerliche Urlaubsstimmung von Kanuten in Wanfried am Wehr. In diesem Jahr wird die Kanu-Infrastruktur auf und an der Werra ausgebaut. Den Startschuss gibt Wanfried. Archivfoto: Sabine Budde/Geo-Naturpark
+
Sommerliche Urlaubsstimmung von Kanuten in Wanfried am Wehr. In diesem Jahr wird die Kanu-Infrastruktur auf und an der Werra ausgebaut. Den Startschuss gibt Wanfried.

Mit einem Wasserwanderkonzept will der Geo-Naturpark den Kanutourismus in der Region ankurbeln. Dazu braucht es Infrastruktur, die jetzt Stück für Stück geschaffen werden soll. Den Anfang macht die Stadt Wanfried.

Werra-Meißner – „Navigation ist, wenn man trotzdem ankommt“, lautet ein bekannter Seefahrtsspruch. Die Gefahr, sich beim Kanufahren auf der Werra zu verirren, besteht zwar eher weniger, dennoch bedarf es einer für das Wasserwandern geeigneten Infrastruktur. Deshalb hat der Geo-Naturpark für alle hessischen Werraanrainerkommunen ein Konzept zum Wasserwandern auf der Werra entwickelt, das ab diesem Jahr nach und nach umgesetzt wird.

Werra als Kanuregion etablieren

Das Ziel: Die Werra als Kanuregion etablieren. Den Startschuss gibt die Stadt Wanfried. „Zum Gesamtkonzept gehört eine einheitliche und aktuelle Beschilderung“, sagt Dr. Sabine Budde, Projektmitarbeiterin beim Geo-Naturpark. Zudem wird in die Informations-, Rast- und Anlegerinfrastruktur investiert. Tipps, wo man am besten parken, anlegen und auch zelten kann, sollen für eine Besucherlenkung sorgen. Es werden Rastmöglichkeiten mit Bänken und Tischen und Sanitäranlagen geschaffen. Online sollen Kanuten ihre Touren genau durchplanen können. Anlegestellen und Kanutreppen werden umgebaut. Bezuschusst wird das Projekt laut Budde durch die nationale Förderung Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK). Kommunen müssen dabei 25 Prozent selbst tragen.

Positive Effekte für Tourismus

Neben dem Freizeitangebot für Einheimische erhoffen sich Geo-Naturpark und die Anrainerkommunen mit dem Konzept auch eine positive Auswirkung auf den Tourismus: Denn einen mehrtägigen Kanuurlaub kann man gut mit Wanderungen, Radtouren und Museumsbesuchen verbinden, Gäste kehren in Hotels und Restaurants ein. „Die Werra ist ein ausgezeichnetes Kanurevier, jedoch braucht unser Angebot eine qualitative Verbesserung, um mehr Wasserwanderer mit längerer Aufenthaltsdauer für unsere Region zu interessieren“, sagt Budde.

Alle Anrainerkommunen machen mit

Das Besondere bei dem Projekt ist, dass alle an der Werra betroffenen Anrainerkommunen im selben Boot sitzen. „Es gibt keine Kommune, die nicht mitmacht. Das ist toll und beispielhaft wie alle zusammenarbeiten“, findet Budde. Da die Werra über die hessischen Grenzen hinaus reicht, sei auch die Zusammenarbeit mit den thüringischen Werra-Nachbarn sehr eng. „Wir stimmen uns gut ab, damit es am Ende ein einheitliches Bild wird.“

Wanfried gibt Startschuss

Als östlichster Außenposten in Hessen an der Werra macht Wanfried in diesem Jahr den Anfang mit dem Ausbau. 80 000 Euro Gesamtinvestition sind geplant, 45 000 Euro werden davon bezuschusst, wie aus dem Investitionsprogramm der Stadt zu entnehmen ist. „Die Stadt Wanfried hat schon bei der Entwicklung der ersten Entwürfe zum Projekt mitgewirkt und in diesem Frühjahr steht die Umsetzung an den Wanfrieder Anlegestellen an“, erklärt Budde. Mit den Anlegestellen in Wanfried selbst sowie mehren Außenstellen an der Werra in Völkershausen, Altenburschla und Heldra bietet die Gemeinde gleich mehrere Kanustationen. In Heldra entsteht sogar eine ganz neue Anlegestelle.

2021 soll es aber auch in Eschwege, Meinhard, Jestädt und Schwebda losgehen. Die Maßnahmen seien alle bereits genehmigt, so Budde. Die Anlegestellen in Schwebda und Jestädt werden dabei neu ausgestattet. Das Investitionsvolumen liegt für diese Kommunen zusammen bei etwa 110 000 Euro, wobei die Stadt Wanfried mit dem Neubau der Anlegestelle in Heldra besonders stark investiert. Je nachdem, wie schnell die entsprechenden Genehmigungsverfahren vorankommen, sollen Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen 2021/2022 nachfolgen. Von Jessica Sippel

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare