Kritik an Kita-Umbau

Umbau Gerhart-Hauptmann-Schule: Gegenwind für geplante Kita in Wanfried

So könnte der neue Kindergarten in Wanfried aussehen: Es ist nun beschlossen, dass die Gerhart-Hauptmann-Schule zur Kindertagesstätte umgebaut werden soll.
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So könnte der neue Kindergarten in Wanfried aussehen: Es ist nun beschlossen, dass die Gerhart-Hauptmann-Schule zur Kindertagesstätte umgebaut werden soll.

Das Wanfrieder Parlament hat im Dezember einstimmig den Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule zur Kita beschlossen. Jetzt meldet sich Gegenwind.

Wanfried – Die Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) in der Martinsgasse in Wanfried soll zur großen Kindertagesstätte umgebaut werden. In der Ringstraße soll ein reiner Krippenstandort entstehen. Das hat das Wanfrieder Parlament im Dezember einstimmig entschieden (wir berichteten). Doch während das Projekt als solches beim Parlament auf Zuspruch trifft, zeigt sich nun ein Gegenwind.

Die 21-jährige angehende Erzieherin Antonia Krämer (Die Linke) und Reiner Graf (Freie Wählergemeinschaft) aus Wanfried wollen Stellung beziehen:

Das sagt Antonia Krämer

„Wanfried braucht eine neue Kita, die derzeitige Planung läuft hierbei jedoch enorm aus dem Ruder. Die Kosten in Höhe von 4,4 Millionen Euro sind völlig überzogen und scheinen eher eine Investition in ein Luxussanatorium zu rechtfertigen als in eine Kindertagesstätte. Klein- und Kleinstkinder benötigen Betreuung, Anregungen, emotionale und haptische Förderung, Bindung und Bewegung. Das hier vorgestellte Konzept erzieht Kinder und Eltern in die fortschreitende Servicegesellschaft, und die Bürgerinnen und Bürger Wanfrieds und umliegender Ortschaften wurden schon im frühen Stadium nur unzureichend eingebunden.

Was mich jedoch am meisten bewegt, ist, dass bis zum Fertigbau des Kinderhauses noch Jahre ins Land gehen, denn der Umbau kann erst nach Fertigstellung des Schulcampus beginnen. Wir brauchen Kitaplätze jetzt und nicht erst in ein paar Jahren. Frühkindliche Betreuung und Bildung sind heutzutage wichtiger denn je, daher finde ich es insbesondere wichtig, dass jedes Kind hierbei einen Anspruch auf einen Kitaplatz erhält. Besonders schlimm ist aber, dass die dezentrale Unterbringung die Kindergärten in Heldra und Altenburschla gefährdet, welche unbedingt erhalten bleiben müssen.“

Antonia Krämer von der Linken aus Wanfried

Das sagt Reiner Graf

„Die Grundschule Wanfried soll für 4,38 Millionen Euro zum Kindergarten für 150 Kinder umgebaut werden, wie viele Wanfrieder erst jetzt erfahren haben. Sehr teuer, sehr (zu) groß und in einem nicht für Kindergärten errichteten Gebäude.

150 Kinder hat der jetzige Kindergarten nicht und es ist zu befürchten, dass die Kinder aus den Standorten Heldra und Altenburschla eingeplant sind. Sie verlören ihren beliebten, wohnortnahen Kindergarten und müssten in jungen Jahren von vielen Eltern gefahren werden, was nicht nur dem Klima schadet. In Wanfried wären sie Teil eines unpersönlicheren Großbetriebs. Die Kitas in Heldra und Altenburschla sollten nicht dem Nur groß ist gut-Gedanken geopfert werden.

Einen Kindergarten mit sechs Gruppenräumen (für die die Kinder noch nicht da sind) und acht Nebenräumen zu schaffen ist ambitioniert und wie man sieht, sehr teuer. Aber es bleibt ja nicht bei den Baukosten. Dieser Komplex ist zu unterhalten und mit Personal zu bestücken. 2020 hat die Stadt für alle Kitas rund 800 000 Euro zugeschossen. Tendenz pro Jahr um 100 000 Euro steigend. Der Neubau sollte nur den jetzigen Bedarf decken.“

Reiner Graf von der FWG in Wanfried

Von Jessica Sippel

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