„Pädagogische Arbeit braucht Raum“

Umbau Gerhart-Hauptmann-Schule in Wanfried: Parlamentsmitglieder weisen Kritik zurück

Das Bildungshaus Gerhart-Hauptmann-Schule soll ein Bildungshaus bleiben: Um den Bedarf an Kita-Plätzen auch in Zukunft decken zu können, sollen in dem Gebäude auf den Etagen verteilt sechs Kita-Gruppen unterkommen. Grafik Architekt Luther
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Das Bildungshaus Gerhart-Hauptmann-Schule soll ein Bildungshaus bleiben: Um den Bedarf an Kita-Plätzen auch in Zukunft decken zu können, sollen in dem Gebäude auf den Etagen verteilt sechs Kita-Gruppen unterkommen. Grafik Architekt Luther

Zum geplanten Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) in Wanfried ist nach und nach Kritik laut geworden, die Mitglieder des Parlaments nun zurückweisen.

Wanfried – Zum geplanten Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule (GHS) in Wanfried wurden jetzt nach und nach Stimmen laut: Der Umbau sei zu teuer, zu groß und soll zu viele Kinder beherbergen. Als Nachtrag zur Berichterstattung von Samstag hat sich auch Lisa Susebach, Fraktionsvorsitzende der Wanfrieder SPD, noch einmal geäußert und betont: „Die SPD Fraktion hat sich in der Dezembersitzung der Stadtverordnetenversammlung zwar grundsätzlich für einen Umbau der Gerhart-Hauptmann-Schule ausgesprochen, sie hat jedoch die Punkte im Beschlussvorschlag abgelehnt, die eine Gefährdung unserer Dorf-Kitas nach sich ziehen könnten.

Denn die neue Kita soll priorisiert belegt werden. Weitere politische Vertreter außerhalb des Parlaments sowie einige Leser befürchten daher, dass die Kitas in Altenburschla und Heldra geschlossen werden könnten.

Parlamentsmitglieder weisen Kritik zurück: „Alle Kitaplätze werden gebraucht“

Für diese Befürchtungen gebe es aber überhaupt keinen Grund, wie Vertreter des Parlaments und auch der Bürgermeister nochmals verdeutlichen. „Wir sind jetzt schon am Ende unserer Kapazitäten, wir brauchen den Platz. Heldra und Altenburschla als Kita-Standorte werden auch nach dem Umbau weiterhin benötigt“, sagt Wilhelm Gebhard. Das bestätigen auch Ute Lorenz-Roth von der FDP und Ilse von Scharfenberg von der CDU.

Das gehe aus dem derzeitigem und dem für die nächsten Jahre prognostizierten Bedarf hervor, wie sie erklären: Maximal 186 Plätze stehen aktuell in allen Kitas zusammengerechnet zur Verfügung, jedoch reduziert sich dieses Angebot durch zwei nur befristet genehmigte Gruppen in Heldra und Wanfried (zwölf und 25 Kinder), für die es eine langfristige Lösung zu finden gilt, sowie durch Integrationskinder, die einen höheren Förderbedarf benötigen.

Schon jetzt sind die Kitas voll belegt. „Unsere Kapazitäten sind einfach erschöpft, wir suchen seit Jahren nach einer Möglichkeit, weitere Kinder unterzubringen“, sagt Silke Koch, Leiterin der Kita Plessefelsen an der Ringstraße in Wanfried. 107 Kinder verteilen sich dort auf sechs Gruppenräume. Dazu gibt es einen einzigen Gemeinschaftsraum, der mittags aber zum Schlafraum wird. „Das reicht nicht aus. Zusätzliche Aktivitäten bleiben auf der Strecke. Das sind schwere Bedingungen. Pädagogische Arbeit braucht mehr Raum“, sagt sie.

Projekt soll nur umgesetzt werden, wenn Wanfried die Förderung bekommt

Laut der Bedarfsplanung für die kommenden Jahre, die aus dem Planungskonzept für den Umbau hervorgeht und unserer Zeitung vorliegt, muss Wanfried 216 Kitaplätze vorhalten – auch um den Rechtsanspruch und die gesetzlich festgeschriebenen Mindeststandards zu erfüllen. Der Bedarf berechnet sich aus erwarteten Geburten und dem Zuzug von Familien mit Berücksichtigung der Entwicklungen der vergangenen zehn Jahre. „Man muss auch beachten, dass immer mehr Plätze für Einjährige nachgefragt werden“, ergänzt Lorenz-Roth.

150 Kita-Plätze sollen in der GHS entstehen. 60 Plätze bleiben an der Ringstraße als reiner Krippenstandort. Rund 50 Plätze ziehen in die GHS. In Altenburschla und Heldra soll es dann je 25 Plätze geben. Das ergibt 260 Plätze – mehr als überhaupt benötigt wird, heißt es da von vielen Seiten. Aber: Jede Kommune ist verpflichtet, auch Integrationsplätze für Kinder mit Behinderung anzubieten.

„Integrationskinder haben einen erhöhten Förderbedarf. 260 Plätze bedeutet nicht, dass auch 260 Kinder untergebracht werden können“, sagte Gebhard schon im Dezember auf der Stadtverordnetenversammlung. 15 bis 20 Prozent müsse man in etwa von der Platzkapazität abziehen, je nachdem, wie viele Integrationskinder aufgenommen werden, erklärt Koch. Sie bezieht sich dabei auf eine Staffelung, die in der Rahmenvereinbarung mit dem Werra-Meißner Kreis festgehalten wurde. Dadurch ergebe sich eine tatsächliche Kapazität von rund 220 beziehungsweise 210 Kita-Plätzen für die Kinder – etwa 120 in der GHS.

Gebhard betont noch einmal: „Wir setzen das Projekt nur um, wenn wir die entsprechenden Förderungen bekommen.“ Wie schon berichtet, will die Stadt Wanfried höchstens 1,5 Millionen Euro selbst tragen. Aktuell steht laut Gebhard sogar ein Förderantrag aus, bei dem 90 Prozent des 4,4 Millionen Euro teuren Umbaus der Bund tragen würde. (Von Jessica Sippel)

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