Geschwister aus Israel erleben besonderen Zufall auf der Suche nach ihren Vorfahren

Haben den Grabstein auf dem Friedhof entdeckt: (von links) Miriam Stern, Astrid Schuy, Anne Vogt, Doris Vogt, Wilhelm Gebhard, Hartmut Vogt, Detlef Schuy, Rachel Stern und Ruben Stern. Foto: Funk

Wanfried. Es ist ein Zufall, der kaum zu glauben, dafür aber umso schöner ist und gleichzeitig mit der Stadt Wanfried zu tun hat: Auf der Suche nach ihren Vorfahren führte eine Spur drei Geschwister aus Israel in die Hafenstadt an der Werra – genau der Ort, wo eine langjährige Freundin der Familie seit einiger Zeit lebt.

Die nahezu unglaubliche Geschichte beginnt damit, dass die Mutter von Ruben, Miriam und Rachel Stern einst in Lüneburg lebte. Während der NS-Zeit verließ die damals 16-Jährige Deutschland und zog nach Israel. Nicht vergessen hatte die junge Frau eine Klassenkameradin, zu der sie in den 1960er-Jahren wieder den Kontakt herstellte.

Auch die Kinder der beiden Schulfreundinnen hielten die Verbindung zueinander aufrecht. „Die Freundschaft zu Ruben, Miriam und Rachel hält seit vielen Jahren. Da wir uns schon öfters gegenseitig in Deutschland und Israel besucht haben, sind wir zu einer richtigen Familie zusammengewachsen“, sagt Astrid Schuy, die Tochter der Schulkameradin aus Lüneburg.

Zwar können die Sterns sehr gut Deutsch sprechen, dennoch bat Ruben Astrids Mann, während er gerade in der Ahnenforschung vertieft war, um Mithilfe. „Ich sollte ihn beim Übersetzen unterstützen, doch ich war gerade zu Besuch bei meiner Tochter in Wanfried“, erzählt Detlef Schuy. Wanfried? Dieser Ortsname kam Ruben doch bekannt vor, da er ein paar Tage zuvor herausgefunden hatte, dass sich dort das Grab seiner Ur-Ur-Großmutter befindet. „Wir waren beide verblüfft über diesen Zufall und mussten direkt alle Familienmitglieder darüber in Kenntnis setzen.“

Verliebt in einen Wanfrieder

„Schuld daran, dass wir heute alle zusammen an einem Tisch sitzen, ist der Kölner Karneval“, scherzt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard beim Besuch der Familie Stern und Schuy im Rathaus. Als „Schmutzmutti“ verkleidet verliebte sich die Tochter der Schuys, Anna Vogt, beim Kölner Karneval in einen als Zirkusdirektor zurechtgemachten Wanfrieder. „So kam es, dass ich vor einigen Jahren in den Werra-Meißner-Kreis zog“, erklärt Anne Vogt. Auch sie hat eine enge Bindung zu den drei Geschwistern. „Zudem sind ihre Kinder in meinem Alter und wir halten ebenfalls den Kontakt.“ Noch ein paar Orte, an denen ihre Vorfahren einst lebten, wollen Ruben, Miriam und Rachel Stern in den kommenden Tagen besuchen – der Aufenthalt in Wanfried wird dabei sicher einer der besondersten für die Drei gewesen sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare