Grenzöffnung wird groß gefeiert: Das ist los in Wanfried im Jahr 2019

Große Freude 1989: Die ersten Fahrzeuge überqueren den Grenzübergang bei Katharinenberg. An die ereignisreichen Tage vor fast 30 Jahren soll im November auf Wanfrieder Boden gedacht werden. Foto: Thomas Stier/Archiv

Wanfried. Die ärztliche Versorgung, Breitbandausbau, die Ausweisung von Bau- und Gewerbegrundstücken und die Ausrichtung einer zentralen Gedenkfeier zum Fall der Mauer vor 30 Jahren beschäftigen die Wanfrieder im Jahr 2019. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Ärztliche Versorgung

Die hat nach dem Weggang von Dr. Ursula Trebing nach Großburschla zu Beginn des Jahres gelitten. Außerdem belastet die Versorgung mit Hausärzten, dass vier der derzeit fünf Mediziner über 70 Jahre alt sind. Die Gemeinschaftspraxis Daub/Ulrich hatte bereits zum 1. Juli den Rückzug angekündigt. Sie haben allerdings Nachfolger gefunden, wie Wolfgang Daub jetzt gegenüber unserer Zeitung bestätigte. Ein junges Paar aus der Region habe Interesse bekundet. Noch müssten Formalitäten geklärt werden, bevor die Übergabe offiziell verkündet wird. Ulrich geht zum 30. Juni, Daub wird noch zwei weitere Jahre seinen Arztsitz behalten.

Breitbandversorgung

Die Fertigstellung der Glasfaserleitungen soll in diesem Jahr über die Bühne gehen. Besonders betroffen sind die Stadtteile Heldra, Völkershausen und Altenburschla. Für Gut Marienhof wurde eine Lösung gefunden, weil sie von einer neuen Leitung von Rambach aus angeschlossen werden könnten. Für die Kernstadt ist das dritte oder vierte Quartal für die Fertigstellung avisiert, für die Stadtteile das vierte Quartal. Ende des Jahres müssen die Interessenten des schnellen Internes selbst mit der Netcom über einen zügigen Anschluss verhandeln.

Schwan

Nach dem Verkauf des Schwans an den privaten Investor Jürgen Brandt wird ein Nachfolger für Hotel und Restaurant gesucht. Die bisherige Pächterin Elli Dingel hatte aus Altersgründen ihren Vertrag nicht noch mal verlängert. „Es ist nicht mehr unsere Aufgabe einen Pächter zu finden, wir wollen bei der Suche aber positiv vermitteln, weil wir das Haus gut kennen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Denn die gut-bürgerliche Gastronomie fehle der Stadt, ohne den Saal auszukommen sei auch nicht einfach. Man stehe im engen Dialog mit dem Eigentümer, der schon mit Interessenten im Gespräch ist. „Herr Brandt möchte aber vom Pächter und seinem Konzept voll überzeugt sein“, sagt Gebhard.

Gewerbegebiete

Die gehen in der Stadt Wanfried zur Neige. Im Gewerbegebiet Werraaue gibt es nur noch ein verfügbares Grundstück, nachdem ab Frühjahr dort eine Werkstatt errichtet wird und der Betrieb von Thomas Wandt in Treffurt Ende 2018 zwei Areale gekauft hatte. Sobald Genehmigungen durch sind und Bauplanungsrecht besteht, will der Unternehmer anfangen zu bauen. Beginn wird voraussichtlich im Sommer sein.

„Spätestens dann muss die Stadtverordnetenversammlung darüber entscheiden, ob wir weitere Gewerbegrundstücke ausweisen werden“, sagt Gebhard. Möglich wäre eine Erweiterung oberhalb der Firma Werkmeister oder unterhalb der Parzellen, die Wandt gekauft hat.

Baugrundstücke

Hiervon gibt es in der Kernstadt nur noch drei, in den Stadtteilen sind noch welche vorhanden. Auch hier müsse in diesem Jahr durch das Stadtparlament eine Entscheidung getroffen werden, wie es weitergeht.

Grenzöffnung

Für die zentrale länderübergreifende Feier von Hessen und Thüringen hat sich die Stadt Wanfried zusammen mit Weißenborn und den thüringischen Kommunen Geismar (Landkreis Eichsfeld), Landgemeinde Südeichsfeld (Unstrut-Hainich-Kreis) und die Stadt Treffurt (Wartburgkreis) um die Ausrichtung beworben. „Wir erwarten in den nächsten Tagen die Bestätigung, dass die Feier hier stattfinden wird“, sagt Gebhard. Beginnen soll der Festakt am Samstag, 9. November, mit einem Festakt in der Kirche von Großburschla. Anschließend folgt ein Marsch über die Brücke der Einheit nach Großburschla, wo in einem großen Zelt weitergefeiert wird. Zwischen 6000 und 8000 Menschen werden zu der zentralen Gedenkfeier erwartet.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare