Tulpen für freudige Erinnerungen

Heldra und Wendehausen gedenken der späten Grenzöffnung vor 30 Jahren

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Haben die Grenzöffnung zwischen Heldra und Wendehausen gefeiert: Um 13 Uhr haben Hessen und Thüringer Blumen an dem ehemaligen Grenzübergang verteilt. Zu einer offiziellen Feier am Sonntag wird es wegen des Coronavirus nicht kommen.

Nein, sie sind nicht zu spät dran: Nachdem die offiziellen Feierlichkeiten von Hessen und Thüringen schon im November über die Bühne gingen, haben jetzt Heldra und Wendehausen nachgezogen.

Es war einer der letzten Grenzübergänge, der zwischen der ehemaligen DDR und der BRD in unserer Region geöffnet wurde. Am 11. März 1990 um 13 Uhr war es auch zwischen den beiden Dörfern Heldra (Hessen) und Wendehausen (Thüringen) so weit. Am Mittwoch jährte sich zum 30. Mal der Tag der Grenzöffnung.

Gelebte Freundschaft

Seit diesem Tag verbindet beide Orte eine enge Freundschaft und eine gelebte Partnerschaft. So findet von Beginn an immer am Sonntag nach dem Tag der Grenzöffnung eine Grenzöffnungsfeier statt, die jährlich wechselnd mal in Heldra und mal in Wendehausen stattfindet. Zudem pflegen auch die Feuerwehren beider Orte eine gute Kameradschaft, die sich durch gegenseitige Alarmübungen und Besuche bei diversen Vereinsveranstaltungen widerspiegeln. „Diese Konstanz einer gelebten deutsch-deutschen und hessisch-thüringischen Freundschaft sucht sicherlich entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze seinesgleichen“, sind sich die beiden Bürgermeister Wilhelm Gebhard aus Wanfried und Andreas Henning für die Landgemeinde Südeichsfeld einig.

Die beiden befreundeten Bürgermeister waren auch an der zentralen Fest- und Gedenkveranstaltung „30 Jahre Mauerfall“ im November 2019 beteiligt, die zusammen mit den beiden Bundesländern Hessen und Thüringen sowie den Kommunen Treffurt, Geismar und Weißenborn organisiert wurde. Sie dankten im Beisein einiger Bürger aus beiden Dörfern am historischen Jahrestag der Ortsvorsteherin von Heldra, Dr. Ursula Trebing und Wendehausens Ortschaftsbürgermeister Frank Peterseim für die intensive Pflege der Freundschaft, die von den Amtsvorgängern vor 30 Jahren begonnen und von zahlreichen Nachfolgern fortgesetzt wurde.

Tulpen zur Erinnerung

Landrat Harald Zanker stiftete zu dem historischen Jahrestag im Namen des Unstrut-Hainich-Kreises einen Baum, der vom Bauhof der Landgemeinde im Vorfeld gepflanzt wurde.

Der Baum des Jahres 2020, eine Robinie, wurde dann symbolisch von den beiden Bürgermeistern sowie von Heldras Ortsvorsteherin und Wendehausens Ortschaftsbürgermeister am ehemaligen Grenzübergang mit Erde und Rindenmulch versehen. Die Stadt Wanfried und der Ortsbeirat Heldra stifteten einen Blumenkranz zum Gedenken an den Jahrestag. Vorbeifahrende Autos durften sich pünktlich um 13 Uhr über frische Blumen in Form einer Tulpe freuen. Das gleiche Ritual hatte bereits im November am Grenzübergang Katharinenberg stattgefunden. 

Keine Feier wegen Corona

Die eigentliche Feier zum Tag der Grenzöffnung war für den kommenden Sonntag in Heldra geplant. Sie ist nun von den Verantwortlichen wegen des Coronavirus abgesagt worden. Sie wird aber in jedem Fall nachgeholt, sobald das möglich ist, sind sich alle Beteiligten einig, um sich an der gewonnenen Freiheit zwischen beiden Dörfern zu erfreuen. Zur Durchführung der Veranstaltung wird dann auch die Zuwendung des Werra-Meißner-Kreises dienen, die der Kreisbeigeordnete Karl-Heinz Schäfer in Vertretung des Landrats zum 30. Jahrestag im Gepäck hatte.

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