Paradies gesucht (10)

Familie Gurke aus Völkershausen zeigt Hof, Haus und Henne

Traumgarten: Wer den Garten der Familie von Maik Gurke und Kathrin Krause in Völksershausen das erste Mal betritt, ist überrascht, was sich hinter dem alten Hoftor verbirgt.
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Traumgarten: Wer den Garten der Familie von Maik Gurke und Kathrin Krause in Völksershausen das erste Mal betritt, ist überrascht, was sich hinter dem alten Hoftor verbirgt.

Zeigt her Eure Gärten! Wenn Ferien im eigenen Garten, gerade in der Corona-Zeit, zum Urlaubsersatz werden, ist die WR dabei und wirft in dieser Serie einen Blick in die heimischen Paradiese. Heute Familie Gurke aus Völkershausen.

Völkershausen – Wer durch das hölzerne Hoftor aus dem 18. Jahrhundert geht und die Hauptstraße hinter sich lässt, steht im grünen Gartenparadies von Familie Gurke. Mutter Kathrin Krause erzählt, wie überrascht viele ihrer Gäste reagierten, wenn sie das bunte Blumenbeet und die grüne Wiese im Hinterhof das erste Mal sehen. Besonders die Teilnehmer der vielen kleinen Sommerfeste die im letzten Jahr im Rahmen einer Aktion in Gärten und Höfen stattfanden, seien beeindruckt gewesen. „Einige kamen auf uns zu und sagten, dass man den Garten von außen so gar nicht vermutet“, erinnert sich Kathrin Krause. In diesem Jahr machte allerdings die Pandemie das kleine Fest, wie so viele andere, zunichte.

Und weil im Moment Veranstaltungen ausfallen müssen und auch der Schulunterricht nur teilweise stattfinden konnte, nutzte Familie Gurke die Zeit, um ihren Garten weiter auszubauen. „Ich wollte gerne ein Gemüsebeet“, erklärt die zwölfjährige Leonie und stellt sich neben ein mit Holzpfählen umgrenztes Grabland. Zusammen mit Mutter Kathrin machte sich die Zwölfjährige daran, Tomaten, Erdbeeren und Heidelbeeren zu pflanzen. „Das ist unser Corona-Beet“, freut sich die Schülerin. Doch beim Pflanzen statt Pauken blieb es nicht; während die Tomaten reiften plante Familie Gurke bereits ein neues Projekt. Über dem selbst gepflasterten Freisitz mit Fachwerk-Charm zog die Familie gemeinsam eine Decke ein. So entstand eine erste Etage. Das sei die neue Sommerresidenz, sagt Kathrin Krause fröhlich. Ganz fertig ist das neue Projekt aber noch nicht, an einem Konzept für den großen, luftigen Raum feilt der Familienrat noch. „Das wird aber erst nächstes Jahr weitergehen“, erklärt Maik Gurke. Der gelernte Heizungsbauer hat Hof und Garten größtenteils im Alleingang und mit Unterstützung seiner Familie renoviert und aufgebaut. ���Als wir vor 20 Jahren eingezogen sind, waren im Garten viele kleine, verfallene Hütten und das Wasser stand im Hof“, erinnert sich Kathrin Krause. Von dem ehemals bröckelnden Hinterhof ist nichts mehr zu sehen, auch wenn die Fundamente der Hütten im Garten geblieben sind. „Die alten Steine sind jetzt die Mauer unseres Gartenweges und die ehemaligen Hausziegeln sind auf dem Schuppendach“, sagt Maik Gurke. Die Originalität des Hofes zu erhalten ist der Familie wichtig, deshalb ist das Dach des Hühnerhauses im alten Stil gedeckt.

Haben viel Zeit in ihren Traumgarten investiert: Heizungsbauer Maik Gurke konnte auf die Unterstützung von Tochter Leonie, Ehefrau Kathrin und Sohn Loris setzen.

Unter den ockerfarbenen Dachziegeln leuchtet die Hühnerresidenz in einem wenig historischen, dafür knalligen Lila. Die Farbe hatte Tochter Leonie ausgesucht. „Hier wohnen unsere Hennen und der Hahn“, erklärt die Schülerin. Für das Hühnerhaus hat Vater Maik Gurke sogar richtige Fenster in die Wände der bunten Villa gesetzt, aus der das Federvieh neugierig auf die grüne Wiese lugt. Wyandotten in Braun und Schwarz-Weiß laufen in dem Gehege aufgeregt umher. „Viele Eier gibt diese Hühnerart nicht, aber für ein Frühstücksei am Wochenende reicht es“, beteuert Kathrin Krause. Als Tochter Leonie den Drahtzaun öffnet, rennt eine Henne mit ihren Küken geschäftig über die Wiese, immer auf der Suche nach etwas Pickbarem. „Die Glucke ist bei uns als einzige aus einer ganzen Reihe Eier geschlüpft und jetzt hat sie selbst Kleine“, freut sich die Zwölfjährige. Die Küken will Familie Gurke behalten, nur die jungen Hähne müssten bald ausziehen, erklärt Leonie.

Neben einer riesigen Sonnenblume: Leonie Gurke.

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