Der Tag der Begegnung - Menschen aus Ost und West treffen sich am Bahnhof Großburschla 

+
Stärkung im Festzelt nach der Sternwanderung: Teilnehmer aus Treffurt, Falken und Heldra feiern gemeinsam den Mauerfall vor 30 Jahren am Tag der Begegnung im Zelt am Bahnhof Großburschla.

30 Jahre nach der Öffnung der Grenzen zwischen beiden deutschen Staaten haben Menschen aus ehemals Ost und West am Sonntag in Großburschla gemeinsam gefeiert. 

Großburschla.Der dritte Tag der Feierlichkeit zum Jubiläum 30 Jahre Mauerfall gehörte den Bürgern. Morgens um 9 Uhr machten sich die Menschen aus fünf Gemeinden in Hessen und Thüringen sternförmig auf den Weg. „Wir sind zwei Stunden lang gelaufen, es war wirklich schön“, sagte Claudia Degenhardt, die mit ihren Freunden in Wendehausen aufgebrochen war. Sie alle trafen sich im ehemaligen Sperrgebiet, in Großburschla.

Gemeinden aus Ost und West sind zusammengewachsen

„Wenn man sich das mal vor Augen führt“, sagte Bürgermeister Thomas Mäurer, der aus Weißenborn gekommen war, „dort, wo wir heute so einfach entlanggegangen sind, war das vor 30 Jahren nicht möglich. Dort hätten wir vor dem Zaun gstanden.“

Heute sind die Gemeinden aus Ost und West jedoch zusammengewachsen zu einer Region genau in der Mitte Deutschlands.

Bürger feiern mit Musik - davor ökumenischer Gottesdienst

Die Bürger feierten miteinander im Festzelt bei der Musik der Falkener Musikanten und der Chöre aus Großburschla. Am Anfang stand ein ökumenischer Gottesdienst, der von Diakon Stefan Schäfer (Wanfried), den Pfarrern Rüdiger Pütz (Weißenborn/Rambach) und Torsten Schneider (Treffurt), Pfarrerin Silvia Frank (Großburschla), Pfarrer Johannes Brehm (Großtöpfer), Vikar Andreas Paulsen (Großtöpfer) und den Pfarrerinnen Hannah Hossbach und Rosemarie Kremmer (Wanfried) geleitet wurde. Die Predigt hielt Prälat Bernd Böttner.

Zu viele haben Grenze mit dem Leben bezahlt 

Ökumenischer Gottesdienst: Bernd Böttner, Prälat der evangelischen Kirche Kurhessen-Waldeck.

Er erinnerte an den 18. Psalm: Mir dir erstürme ich Wälle, mit meinem Gott überspringe ich Mauern – und fragte: „Aber wie lange war das nicht möglich? Nur den wenigsten ist es (vor 1989) gelungen, die Grenze unter Einsatz ihres Lebens zu überwinden – manche, zu viele, haben dabei ihr Leben verloren oder den Versuch mit harten Gefängnisjahren bezahlt.“ Er erinnerte sich auch an viele kleine Ereignisse seit 1983, die von den Menschen in ihrer Tragweite erst im Rückblick wahrgenommen wurden, die aber alle dazu führten, dass sich im November 1989 die Grenzen öffneten. Von Friedensgebeten in den Kirchen über Glasnost und Perestroika bis zur Rede von Erhard Eppler im Bundestag. „Ich möchte die Dankbarkeit über die friedliche Revolution bewahren“, sagte er. „So oft hat es vergleichbare geschichtliche Ergeignisse nicht gegeben.“

Böttner: Unermüdlich für Freiheit, Demokratie und Bewahrung der Schöpfung kämpfen 

Bernd Böttner rief auch dazu auf, weiterhin unermüdlich für Freiheit, Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Menschenrechte einzutreten.

Weitere Bilder vom Tag der Begegnung unter werra-rundschau.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare