Coronakrise

Erzieherinnen nutzen gewonnene Zeit: In Wanfrieds Kindertagesstätte am Plessefelsen wird fleißig renoviert

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Die Kindergärtnerinnen halten sich an den gebührenden Mindestabstand.

In Corona-Zeiten beanspruchen nur sehr wenige Eltern das Betreuungsangebot in den Kindertagesstätten des Kreises.

Am Beispiel der evangelischen Kindertagesstätte am Plessefelsen in Wanfried wird das sehr deutlich: Von aktuell 106 Kindern, die in normalen Zeiten in der sechsgruppigen Einrichtung angemeldet sind, werden aktuell im Durchschnitt lediglich zwei bis fünf Kinder betreut. Das zeigt, dass noch nicht einmal die Eltern, die Anspruch auf die Notbetreuung haben, diese auch annehmen. Was machen also die Erzieherinnen in dieser Zeit? „Bis zu einer abschließenden Klärung, ob Kurzarbeit auch für freie Träger, so auch für kirchliche Einrichtungen, beantragt werden kann und darf, erledigen die Erzieherinnen zahlreiche andere Arbeiten“, teilt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard in einer Pressemitteilung mit.

Überstunden und Urlaubstage abgebaut

So wurden in den ersten Tagen der Schließung Überstunden und Urlaubstage abgebaut. Zudem wurden Elternsprechtage vorbereitet, Kinder-Portfolios erstellt, bearbeitet und vervollständigt, pädagogische Materialien gesichtet und geordnet, Materialkammern aufgeräumt, Spielsachen und Mobiliar abgewaschen und desinfiziert und die Kita-Konzeption überarbeitet. Darüber hinaus wird ständig ein enger Kontakt zu den Familien gehalten: Wöchentlich erhalten die Kita-Kinder Post von den jeweiligen Gruppen mit Nachrichten aus der Kindertagesstätte, mit pädagogischen Angeboten, Back- und Malbeschäftigungen.

Geschäftiges Treiben in der Einrichtung

Auch in dieser Woche herrscht wieder geschäftiges Treiben in der Einrichtung. Ein großer Teil der Belegschaft ist vor Ort und schlüpft in Zeiten von Corona in die Rolle fleißiger Handwerker. Mit Unterstützung des städtischen Bauhofs wurden Gruppenräume und der Flur neu gestrichen. Das alles natürlich mit dem erforderlichen Abstand. Die Malerarbeiten sind zwischenzeitlich abgeschlossen. Aktuell arbeiten die Erzieherinnen am Außengelände. Das Schneiden von Büschen, das Entfernen von Unkraut, Laub und Ästen sowie das Verteilen von Hackschnitzeln als Fallschutz unter den Spielgeräten steht auf dem Programm, genau wie das Putzen der Fenster.

Anregung vom Bürgermeister

Die Anregung zu den nicht gewöhnlichen Arbeiten durch die Belegschaft der Einrichtung kam von Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard und stieß bei den Verantwortlichen der kirchlichen Einrichtung auf offene Ohren. Zusammen mit der Kitaleiterin Silke Koch steht Gebhard dazu in einem engen Austausch. Beide sind bestrebt, die fast kinderlose Zeit sinnvoll zu nutzen und die Einrichtung zu verschönern.

Gebhard ist positiv angetan über das großartige Engagement der Erzieherinnen, weil die an sie gestellten Aufgaben nicht zu den eigentlichen Inhalten des Arbeitsvertrages gehören und dennoch ambitioniert erledigt werden. „Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen“, so Gebhard. „Wir haben 100 Prozent fortlaufende Personalkosten bei einer gleichzeitigen Aussetzung der Kitagebühren. Da müssen eben mal Arbeiten verrichtet werden, zu denen man sonst nicht kommt beziehungsweise die man sonst anderweitig vergibt und die zusätzliche Kosten verursachen“, ist Gebhard dankbar für das Verständnis. Die Kinder erwarten nach Corona frisch hergerichtete Räumlichkeiten. Zudem sollen in Kürze auch noch Baumstämme und Baumpoller des Außenspielgeländes erneuert werden, die abhängig und verwittert sind. Hier hat Gebhard den zuständigen Revierförster des Stadtwaldes kontaktiert und um Hilfe gebeten und diese auch spontan erhalten. „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten klappt hervorragend“, zeigt sich Gebhard begeistert.

Zeit sinnvoll nutzen 

Auch die Leitung der Einrichtung nutzt die gewonnene Zeit sinnvoll. Neben den üblichen und gewöhnlichen Aufgaben wie Vergabe der Platzzusagen oder Bearbeitung der Jahresstatistiken verfolgt die Leiterin Silke Koch intensiv die sich fast täglich verändernden Rechtsgrundlagen und deren Umsetzung, informiert das Personal, die Eltern und den Träger, hält Kontakt zur Stadt und zur Fachaufsicht des Kreises und passt wöchentlich die Dienstpläne an.

Darüber hinaus wird die Zeit etwa für die Komplettüberarbeitung des rund 350-seitigen QM-Handbuches nach neuer Systematik, die Aktualisierung der 90-seitigen Konzeption der Einrichtung aus dem Jahr 2015, die Entwicklung eines Personalnotfallplanes für die Kindertagesstätte und die Überarbeitung des Kita-ABC genutzt.

Von Emily Spanel

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