Manager einer Künstlergruppe: "Enorme Kostensteigerung" 

Kauffrist verstrichen: Kein Zentrum für Kultur in Wanfried

Wanfried. Das angedachte Künstlerzentrum in Wanfried ist vorerst geplatzt. Das bestätigte Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Bis zum 1. April lag den Investoren ein notarielles Kaufangebot für das Keudell’sche Schloss und die Spinnerei der ehemaligen Firma Bode vor.

Der Manager der Gruppe, Peter Molinnus, hat die Frist mit der Begründung einer enormen Kostensteigerung verstreichen lassen.

Ausschließlich wirtschaftliche Gründe wurden in dem Schreiben an die Stadt Wanfried genannt. Die Kosten für die Umsetzung des Projekts seien in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, sagt Molinnus. Die Einwände der Wanfrieder während der Bürgerversammlungen bezüglich des Verkehrs- und Parkplatzkonzeptes seien ernst genommen worden und würden zusätzliche vier bis fünf Millionen Euro an Kosten verursachen. Für die Investorengruppe hinter Peter Molinnus sei die Rentabilität des Vorhabens nicht mehr gegeben.

Vorgeschichte

Molinnus hatte sich als Vertreter einer Gruppe namhafter deutscher Künstler vorgestellt, die in Wanfried rund zehn Millionen Euro investieren wollten. Wer diese Künstler sind hatte der Manager nie verraten. Er begründete die Geheimhaltung mit „Angst vor negativer Berichterstattung“. Auf dem weitläufigen Terrain der Firma Bode sollte laut Molinnus ein ständiger Veranstaltungsort für Musik, Kunst und Kultur auf mehreren Ebenen entstehen. Nach seinen Ausführungen sollten jede Woche bis zu vier Musikveranstaltungen über die Bühne gehen. Mit bis zu 2000 Menschen rechnete er. Das Keudell’sche Schloss sollte für 245 000 Euro verkauft und saniert werden. 13 Appartements würden entstehen. Molinnus versprach bei der Bürgerversammlung zudem Arbeitsplätze zu schaffen.

 

Von Tobias Stück

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