Fördermittel nicht bewilligt

Wanfried: Leerrohre für Hochgeschwindigkeitsinternet werden nicht verlegt

Hier wäre Platz für Leerrohre gewesen: Die Schächte waren (hier: Schulstraße) durch das Nahwärme-Projekt schon ausgehoben.
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Hier wäre Platz für Leerrohre gewesen: Die Schächte waren (hier: Schulstraße) durch das Nahwärme-Projekt schon ausgehoben.

In den Schächten für die Nahwärmeversorgung von Wanfried werden nicht gleichzeitig Leerrohre für Glasfaserkabel bis ins Haus eingezogen. Das Land Hessen gibt keine Fördermittel.

Dem Antrag der Stadt Wanfried auf Fördermittel beim Land Hessen wurde nicht stattgegeben, sodass das Projekt jetzt gestorben ist.

In der Stadt Wanfried wird derzeit durch die Betreiber der Biogasanlage Wanfried ein Nahwärmenetz gebaut, welches über 100 Häuser mit Wärme versorgen wird. Dazu erhält jedes Haus einen individuellen Wärmeanschluss. Die Stadt Wanfried hatte versucht, Leerrohre mitzuverlegen, um eine zukünftige Glasfaserversorgung bis ins Haus zu realisieren. 

Preis für die Installation der Leerrohre liegt bei 538.000 Euro

„Die Vorteile waren klar: Die gesamten Tiefbaukosten würden nur einmal entstehen“, sagt Bürgermeister Wilhelm Gebhard. Den Preis, den die Bioenergie Wanfried als Betreiberin für die Installation der Leerrohre aufgerufen hat, liegt bei 538.000 Euro. 351.000 Euro wollte das Land Hessen über Fördermittel bereitstellen, 187.000 Euro die Stadt Wanfried übernehmen.

Regel für Vergabeverfahren wurde nicht eingehalten

Das Land Hessen hatte zur Finanzierung der Mitverlegung eine Pilotprojektförderung für die Stadt Wanfried in Aussicht gestellt. Dabei sollten die im öffentlichen Raum verlegten Rohre mit 90 Prozent gefördert werden. Diese Förderung hätte bei der Finanzierung einen erheblichen Anteil der Investitionskosten gedeckt. Nur deshalb hatte auch die Stadtverordnetenversammlung Eigenmittel der Stadt bewilligt und grundsätzlich grünes Licht gegeben.

„Kurz bevor der Auftrag zur Mitverlegung vergeben werden sollte, teilte das Land Hessen jedoch mit, dass doch keine Förderzusage erteilt werden kann“, berichtet Gebhard. Grund dafür war, dass die grundsätzlich bei der Vergabe von öffentlichen Mitteln zu beachtenden Regeln für Vergabeverfahren nicht eingehalten würden.

Öffentlicher Wettbewerb war nicht möglich

Die Stadt Wanfried hätte zur Beauftragung der Verlegearbeiten einen öffentlichen Wettbewerb zwischen Anbietern herstellen müssen. „Dies war jedoch nicht möglich, da es sich nicht um ein öffentliches Projekt handelte“. sagt Gebhard. 

Man hätte den Auftrag an die Unternehmen vergeben müssen, welche auch das Nahwärmenetz bauen. Das entspricht jedoch nicht dem vom Land Hessen geforderten Vergabeverfahren, somit konnte die Gesamtfinanzierung nicht mehr gewährleistet werden.

Flächendeckende Versorgung mit Glasfaser

Zu Beginn des Jahres 2020 wird durch das Großprojekt in Nordhessen, welches durch die Breitband Nordhessen GmbH getragen wird, jeder Verteilerkasten in Wanfried mit Glasfaser erschlossen sein, was für alle Bewohner eine flächendeckende Versorgung mit einer Internetgeschwindigkeit zwischen 30 Mbit/s bis 100 Mbit/s bedeutet. Glasfaser bis ins Haus hätte Geschwindigkeiten von bis zu 1000 Mbit/Sekunde versprochen.

Stadt wird sich für Ausbau einsetzen

Die Stadt Wanfried werde sich auch in der Zukunft für den weiteren Ausbau des Glasfasernetzes bis in jedes Haus intensiv einsetzen. Dazu wurde bereits eine sogenannte Zielnetzplanung für das Gesamtgebiet in Wanfried erstellt. 

Bürgermeister Gebhard betont: „Die digitale Welt, insbesondere die Arbeitswelt, verändert sich rasant, sodass sich in naher Zukunft erhebliche Chancen für den ländlichen Raum ergeben werden, wenn wir die entsprechende Infrastruktur schaffen können.“ 

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