Agentur Sündenfrei stellt ihr Konzept zur 1200-Jahrfeier in Wanfried vor - 10.000 Besucher werden erwartet

Kinder wollen Ritter sehen

Furchterregend, aber originalgetreu: Sündenfrei-Geschäftsführer Henri Bibow weiß, worauf es bei der Ausrichtung von historischen Veranstaltungen ankommt. Kinder stehen auf Ritter. Deswegen bringt die Agentur ein komplettes Ritterlager mit nach Wanfried. Foto: Sündenfrei

Wanfried. Otto Frank und Wilhelm Gebhard aus dem Festausschuss nutzten die Infoveranstaltung, um zur Kreativität aufzurufen. Denn nur wenn alle in Gewandungen kommen, werde die 1200 Jahrfeier Ende August zu einem großen Erfolg.

Die Aufgabe sei ungleich schwerer als beim Renaissancefest 2008. Statt auf eine Epoche erstreckt sich das Spektrum der Verkleidungen auf fast 1200 Jahre. Die Kostüme sollen die Zeit von 813 bis 1989 umfassen. „Sich als Mensch aus 2013 zu verkleiden, wäre nicht ideenreich“, sagte Gebhard.

Rund 40 Programmpunkte stellen die Wanfrieder selbst auf die Beine. Damit decken sie die Fläche vom Keudell’schen Schloss bis zum Hafen und rund um die Kirche ab. Vom alten Schloss, über das E-Werk bis zum historischen Hafen hat die Agentur Sündenfrei das Sagen. Sie wurde kurzfristig beauftragt, nachdem die Agentur Fogelvrei kein Konzept für das Wanfrieder Stadtfest vorlegen konnte. Geschäftsführer Henri Bibow stellte den etwa 80 Zuhörern sein Konzept vor.

Sündenfrei wird drei Epochen abdecken: Mittelalter, Barock und das 19. Jahrhundert. Das Mittelalter wird vor dem Schloss der Familie von Hagen aufgebaut. Das E-Werk bietet die Kulisse für die Schausteller des 19. Jahrhundert. Am historischen Hafen stellen die Künstler das Barock-Zeitalter nach. Handwerk, Gastronomie, Musik und ein Karussell verkörpern das Mittelalter. Dabei sein muss ein Ritterlager. „Kinder wollen Ritter sehen“, sagt Bibow. Für die Barockzeit werden Landsknechte und Gaukler engagiert. Das 19. Jahrhundert wird durch Stände, Varieté und Dampftraktoren verkörpert. Bibows Empfehlung „Wer diese Epoche interpretieren möchte, kann sich jetzt schon einen Backenbart wachsen lassen.“

Damit das Gesamtbild stimme, müsse man eben auf Details achten, sagte Bibow. „Einweg-Geschirr und Baumarkt-Pavillons sind bei solchen Veranstaltungen furchtbar“, erklärte der Spezialist für Zeitreisen. Selbst Verkehrsschilder, so sagt Bibow, sollte man am besten abhängen.

Gebhard betonte noch einmal, dass sich das Fest selbst finanzieren müsse. Die Stadt könne nicht in Vorleistung gehen. Im Moment kalkuliere man mit 10 000 zahlenden Besuchern. Zum Renaissancefest vor fünf Jahren kamen - trotz Regens - an zwei Tagen 13 000 Zahlende. Deswegen werde die Öffentlichkeitsarbeit jetzt intensiviert. Dabei helfen sollen 1000 Plakate und 30 000 Postkarten. Allein 7000 dieser Postkarten verteilte eine Wanfrieder Delegation im Festzug des Hessentags.

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