Kindergarten: Wanfried trägt jetzt 90 Prozent der Kosten

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Wanfried. Die Stadt Wanfried wird in Zukunft einen größeren Anteil an der Finanzierung der Kindergärten übernehmen. Damit kommt die Stadt dem Träger der Kindertagesstätten, dem evangelischen Gemeindeverband Wanfried, entgegen, der nicht mehr in der Lage war, die Kosten in bisheriger Form weiterzutragen.

Bislang war es so, dass die Kirche 20 Prozent des Zuschusses bezahlte, die Stadt 80 Prozent übernahm. Durch die neue Krippengruppe in Wanfried sind die Kosten nochmals gestiegen. Ab dem neuen Jahr wird die Stadt 90 Prozent tragen. Nach dem Kinderförderungsgesetz (Kifög) wird die Förderung des Landes in Höhe von 40.000 Euro jetzt direkt an die Stadt überwiesen. Die Stadtverordnetenversammlung stimmte einem Ergänzungsvertrag mit der evangelischen Kirche in der Sitzung am Freitagabend einstimmig zu. Diskussionsbedarf gab es über die Leitungszeit, die dem Kindergarten pro Gruppe zugestanden wird. Die Stadt stellt den Erzieherinnen jetzt fünf Stunden für jede Gruppe in Wanfried und drei Stunden für die Gruppe in Altenburschla und drei Stunden für die Gruppe in Heldra zur Verfügung. „Die Verwaltungsaufgaben sind in der Vergangenheit gestiegen, dem müssen wir Rechnung tragen“, sagte Ilse von Scharfenberg (CDU). Die SPD stimmte dem Kompromiss „nur zähneknirschend“ zu, weil sich die Leitungsstunden halbierten. „31 Stunden mehr für die Leitung sind aber noch in Ordnung“, sage Sprecher Benjamin Franke. Ebenfalls einstimmig verabschiedeten die Mandatsträger den Haushalt 2015 für die Kindergärten. 535.000 Euro muss die Stadt für die Finanzierung im kommenden Jahr zuschießen. Das sind rund 30.000 Euro mehr als 2014. Auch hier der Grund: Die neue Krippengruppe. „Wir geben viel Geld für unsere rund 100 Kindergartenkinder aus“, sagte Ilse von Scharfenberg. Das sei in Ordnung, in Zukunft müsse man sich aber Gedanken machen, ob man jedes Förderprogramm, das auferlegt werde, mittrage. "Der jährliche Zuschussbedarf, den die Stadt Wanfried deckt, ist in den vergangenen zwölf Jahren auf 320000 Euro pro Jahr gestiegen", sagt Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard. 2002 waren es 214.000 Euro, 2015 mittlerweile 535.000 Euro.

Von Tobias Stück

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