Gemeindeschänke Altenburschla wird ausgezeichnet

Konzept unbeirrt gefolgt

Die rote Schnecke, die jetzt an der Eingangstür hängt, zeigt es an: Die Gemeindeschänke von Claudia und Hartwig Gehl ist Teil des deutschlandweit erscheinenden Slow-Food-Restaurantführers. Foto: Stück

Altenburschla. Ihr Konzept hat sich durchgesetzt. Seit 19 Jahren kochen Claudia und Hartwig Gehl aus dem Landhotel Gemeindeschänke in Altenburschla nach traditionellen Rezepten mit Produkten aus der Region.

„Das hat uns viel Kritik eingebracht, weil wir teurer sind“, sagt Claudia Gehl. Jetzt haben sie den Lohn ihrer Arbeit geerntet. Sie wurden in den Genussführer von Slow Food Deutschland aufgenommen und mit der roten Schnecke des Vereins ausgezeichnet. Vier weitere Restaurants in Nordhessen kochen nach den gleichen Standards.

Für den Genussführer von Slow Food Deutschland werden bundesweit nach einheitlichen Prüfstandards Restaurants ausgezeichnet, die alte Rezepturen und Gerichte aus frischen Zutaten im Einklang mit den Jahreszeiten produzieren, auf chemisch-industrielle Helfer wie künstliche Aromen, Geschmacksverstärker, Fertig-Mischungen und Convinience-Produkte verzichten und sich bemühen, die Waren über lokale Märkte und Produzenten zu beziehen. Slow Food ist eine weltweit aktive Organisation, die eine Kultur und Politik des Essens und Trinkens verfolgt, die den Grundsätzen „gut, sauber und fair“ entspricht.

Im vergangenen Spätsommer besuchte eine achtköpfige Delegation von Slow Food unangemeldet die Gemeindeschänke. „Sie haben acht verschiedene Vorspeisen, acht verschiedene Hauptgänge bestellt und blieben auffällig lange“, erzählt Hartwig Gehl, wie er den Testern auf die Schliche gekommen ist. „Es hat geschmeckt“, lautete das wichtigste Fazit von Lotte Rose von Slow Food nach dem Besuch. Wichtig war den Testern auch, dass sich Gehls ein lokales Netzwerk an Zulieferern aufgebaut haben. Fleisch kommt von Metzgern und Schäfereien aus der Umgebung, Obst und Gemüse von Gärtnereien und Landwirten entlang der Werra. Die traditionellen Speisen auf der Karte waren ein weiterer Pluspunkt. Lotte Rose erinnerte sich besonders gern an Nüsschen mit Schmand, das sie so noch nie gegessen hatte. Der Verzicht auf chemische Zusätze beeindruckte die Jury besonders. „Wir machen nicht heiß, wir kochen“, sagt Claudia Gehl.

Bürgermeister Wilhelm Gebhard und Stadtverordnetenvorsteherin Jutta Niklass freuten sich über den neuen deutschlandweiten Werbeträger. Die Gemeindeschänke sei ein kulinarisches Aushängeschild und bringe Wanfried wieder ein Stück nach vorn.

Lotte Rose wird jetzt zur Patin des Restaurants und die Qualitätsstandards dauernd überprüfen. „Es geht nicht darum, hier eine Plakette hinzuhängen, sonderen eine Idee zu verwirklichen“, sagt sie. Eine Idee, die Gehls seit 19 Jahren verfolgen.

Von Tobias Stück

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